Ohne Widerstand gibt´s nix Neues

Kaspar König eine Viertelstunde über Münsters Repressive Toleranz und wunderbare westfälische Langsamkeit und überhaupt über alles des Superkunstjahres auf Pardos Steg am Aasee beim immerguten 3satMuseumscheck: So isses, möchte ich als Dinosaurierfan der wasserragenden Skulptur sagen.
Über die spm17 informiert im Netz am schönsten in Form und Inhalt die offizielle Seite. Aber es gibt auch Schatten, benamt Schattenskulptura, und ein paar deren Werke habe ich gesehen. Bis auf eines waren mir alle suspekt. Manche gereichten der Assoziation „Vandalismus“ zur Genüge, Wahrnehmungsrandalismus, bei anderen kam selbst das Handwerk nicht von Können.
Z.B.: Das schwimmende Klo mag anspielen aufs Urinal von Duchamp, mag anspielen wegen Ortsbezogenheit auf die Garteninsel von Wilm Weppelmann, mag anspielen auf Tue Greenforts ökokritische Einlassung auf den Aasee 2007, doch: Ich denke nicht, daß dem Künstler nur ein Beispiel für seinen witzigen Witz eingefallen ist. Maximal das unverstandene Plakat mit Zappa & Klo. – Nein, ohne mich, Schattenskulptura! So nicht!

 

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No Mercy

Teile der Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, die seit vergangenen Donnerstag auf dem Rathenauplatz zu sehen ist, sind am Wochenende von Unbekannten zerstört worden. Wie das Frankfurter Polizeipräsidium und das Jüdische Museum, das die Ausstellung in Frankfurt betreut, bestätigten, wurden zwei der insgesamt 17 beinahe lebensgroßen Plastikfiguren, die jüdische Sportler aus Deutschland darstellen, etwa auf Knöchelhöhe abgebrochen und weggeschafft. Nach Angaben des Jüdischen Museum handelte es sich dabei um die Nachbildungen von Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes und der Frankfurter Eintracht, und der zehnfachen deutschen Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch.

Die Kommentare auf Facebook sind bis auf die üblichen wenigen Ausnahmen allesamt grauenhaft. Null Kenntnis, null Empathie, null Liebe.
Antisemitismus ist die Regel.

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… will Kanzler werden!

Zum ersten Mal wurde Helmut Kohl im August 1981 urkundlich in der „Titanic“ erwähnt und als „birnenfömiger Humorist“ aus Mainz bezeichnet. Damals war er noch Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Im selben Heft schlug ihm der hellsichtige und aufmerksame Eckhard Henscheid seine gesammelten und gestammelten Politplattitüden um die Ohren, unter dem Titel „Helmut Kohl sagt, wie es ist“. Wie aus dem Nichts war der massive Mann plötzlich zu einem veritablen Objekt der Satire geworden. Im September wurden schon zwei Urlaubsfotos der Kohls miteinander verglichen, im Oktober zeichnete Chlodwig Poth seinen Altersgenossen Helmut Kohl, allerdings nicht besonders ähnlich. Das kriegte Hans Traxler sehr viel besser hin, und verhalf der von Pit Knorr erdachten und veredelten „Birne“ im Februar 1982 zu einem grandiosen ersten Auftritt.
Für die nächsten sechs Jahre …

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Ein schöner Tag: viel Leeze, viel Sonne, viel Bier

… und natürlich viel Kunst im derzeit skulpturprojektierten Münster plus Motorradtageabschlußtag vorm Friedensrathaus und Wassertreten zuletzt. Bei lecker Pils und Mohnkuchen mit P.

 

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Zwischen Lesen und Leben

In den siebziger Jahren knüpfte der Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann an den Gedanken von Max Frisch an und prägte die Forderung „Kultur für alle!“. Die neue Kultur, so schrieb Hoffmann, solle sich lösen von einer „Tradition, die den Kulturbegriff ausschließlich an die Institutionen der Kultur bindet, dem Museum, dem Theater …“, sie solle stattdessen herausführen auf die Straße, hin zum wirklichen Leben. Dazu solle ein „erweiterter Kulturbegriff“ (Hoffmann) an die Stelle der säuberlich zwischen Kultur und Politik trennenden Elfenbein-Kunst treten. Und hierfür sei es nötig, dass tendenziell jeder, egal wie gebildet oder vermögend er ist, Zugang zur Kultur bekommt. „Der traditionell kleine Kreis der Kenner muss zu einem großen Kreis der Kenner“ werden.

Was ist aus diesem engagierten Anspruch geworden? Sind Kunst und Kultur heute „für alle“? Nein, die Bilanz knapp 50 Jahre nach Hoffmanns basisdemokratischer Kulturoffensive fällt nüchtern aus, denn immer noch sind es überwiegend Bessergebildete, die Museen besuchen. Aktuelle Untersuchungen in den Museen Essens belegen, dass auch heute noch weniger als 1 Prozent der Museumsbesucher einen Hauptschulabschluss besitzen, gut 66 Prozent aber eine Fachhochschulreife oder ein abgeschlossenes Studium vorweisen können.
Zum Problem für viele Museen wird zudem, dass sie einem etwaigen Bildungsauftrag immer weniger gerecht werden können. Statt „Kunst für alle“ sind sie zunehmend eingebunden in den Funktionszusammenhang „Kunst als Stadtmarketing“, sollen also mit spektakulären Blockbuster-Ausstellungen eine Stadt oder Region interessant machen für Touristen. Über 70 Prozent der Museumsbesucher in Berlin sind mittlerweile Touristen. Und auch wenn es darum geht, für Spitzenkräfte der Wirtschaft ein interessantes Umfeld für sich und ihre Familien zu schaffen, gelten aufsehenerregende Kultureinrichtungen als schlagendes Argument.
Der Direktor des Kunstmuseum Bonn Stephan Berg hat dieses Problem so beschrieben: „Häuser, die nicht bei der Eventlogik mitmachen wollen oder können, drohen marginalisiert zu werden“. Kulturinstitute werden immer öfter unter dem Gesichtspunkt ihrer Wirtschaftlichkeit beurteilt und die Schließung „unrentabler“ Häuser gefordert, wie zuletzt im Fall des Leverkusener Museum Morsbroich. „Dem Haus wird das zum Vorwurf gemacht, was politisch zumindest früher erwünscht war“, nämlich: „relativ geringe Eintrittsgebühren“, sagt Berg. „Kunst für alle“ gerät als kulturpolitisches Ziel mehr und mehr in den Hintergrund. (Alles auf art-magazin.de)

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Ein schöner Tag: viel Holz, viel Stolz

Als wir im Eispalast im Bienenstock einkehrten, war der Brunnen durch Paare, ja Passanten schon gesichert; später Masken und Wasserläufer. Nach Hause: schön.

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Mir ist heute Nacht nach dem frühen Vogel: SIELWOLF

Drums. Das Fell schlagen. Nachtklang. Rhythmus. Gewaltig. Gut.
Urban: Kanalreinigungsgerät. Der Sielwolf wird mit einer Winde durch die zu reinigende Haltung gezogen, wobei das Lösen der Ablagerungen durch Kernstrahldüsen, die einen luftummantelten Wasserstrahl erzeugen, erfolgt. Durch den Lösevorgang wird eine Suspension hergestellt, die mittels einer Pumpe in Absetzcontainer gepumpt wird. Der Pumpe ist ein Reißwerk als Einlaufschutz vorgeschaltet, das nur Stoffe mit Abmessungen bis 50 mm passieren läßt und sperriges Gut sowie Textilien zerkleinert. Dieses Verfahrensprinzip ist geeignet, auch Ablagerungen mit einer Höhe bis 1,2 m zu lösen und zu fördern. Sielwolf (Frankfurt am Main, die Zwei 😉 ) löste jede Ablagerung.

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