non grata

Thüringen ohne Kemmerich? Das eine scheint ohne das andere nicht denkbar, bildet eine unteilbare Einheit. Kaum vorzustellen, dass er, der dieses Land geprägt hat wie kein zweiter, einst als frisch gebackener Jura-Absolvent aus dem fernen Rheinland in den Osten zog. Mit der Übernahme eines Dienstleistungskombinats begann seine erstaunliche Laufbahn. Kemmerichs Geschichte ist auch die von einem, der sich von ganz unten hocharbeiten musste, er, der Sohn einer Hausfrau und eines einfachen Immobilienmoguls. Bald folgte der Eintritt in die FDP und ein schwindelerregender Aufstieg. Mit harter Hand führte der neue Ministerpräsident  das sich nach Führung sehnende Volk Thüringens aus der Krise.
Von allen geliebt wurde er deshalb nicht. Teils erbitterte Kämpfe lieferte sich „die Glatze vom Hohen Venn“ mit dem politischen Gegner. Dass er sich mit Stimmen von Rechtspopulisten hatten wählen lassen, mochten ihm einige Ewiggestrige nicht verzeihen. Für sie war er zur persona non grata geworden, zum fils de pute. Eine wutschnaubende Alt-Kommunistin warf ihm den „Blumenstrauß der Schande“ vor die Füße und wurde prompt von ihm als „ziemlich unfreundlich“ abgekanzelt. Es ist die gefürchtete Kemmerich-Klappe, gegen die niemand gefeit war.
Nun geht der Lotse von Bord.

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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