Mein Münster

In der Schlussphase der Drittligapartie gegen die Würzburger Kickers kam es auf der Haupttribüne des Preußenstadions am Freitagabend zu einer rassistischen Entgleisung eines einzelnen Zuschauers gegenüber dem Kickers-Spieler Leroy Kwadwo. So abstoßend die getätigten Affenlaute gegen den Spieler waren, so beeindruckend war die anschließende Reaktionen der übrigen Zuschauer, die nicht nur auf den Täter zeigten und ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar machten, sondern mit unüberhörbaren Nazis-raus-Rufen die starke antirassistische Haltung der Preußenfans und der Münsteraner deutlich machten. Der Verdächtige wurde bereits gestellt und verhaftet. 

Nachtrag: «Der Fußball hat eine große Macht. Wir sollten dann alle zusammenrücken, sagen, so geht es nicht weiter, dann spielen wir nicht», sagte der 23 Jahre alte Profi der Würzburger Kickers am Samstag im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF auf die Frage, ob Spielabbrüche eine angemessene Reaktion sein könnten. Die Reaktion sei «fast eine Genugtuung» für ihn gewesen, sagte Kwadwo. «Nochmal einen großen Dank an die Fans von Preußen, die da schnell und gut gehandelt haben», fügte der Fußballer mit ghanaischen Wurzeln hinzu. (WN)

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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6 Antworten zu Mein Münster

  1. Manfred Voita schreibt:

    Dass es Idioten gibt, weiß man ja. Dass es auch die anderen gibt und in viel größer Zahl, das ist ermutigend, gerade in diesen Zeiten

    • rainer kühn schreibt:

      Diese Diagnose möchte ich bezweifeln. Das Extrem ist der Auswurf der Mitte. Nichts ist ermutigend. Gerade im Fußballwesen nicht. Und die Mitte läßt sich ab jetzt von Faschisten wählen, und Lindner ist der schwankende Mittelstürmer. Die Mitte ist rechts!

  2. Dennis R. schreibt:

    Ist mir unbegreiflich, dass wir diesen Mist, den ich seit Ende der 90er nicht mehr an der Brücke gehört habe, wieder in den Stadien haben. Man könnte kotzen.

    • rainer kühn schreibt:

      Es war im Preußenstadion zu Münster, und gut war die Reaktion der großen Mehrheit.
      An der Brücke in Osnabrück hat eine schöne Fankultur solche Ausfälle seit langem verhindert. – Hast Du vielleicht durcheinandergebracht?

  3. Dennis R. schreibt:

    Das habe ich schon so gelesen. Ich habe hier nur die Brücke erwähnt als allgemeines Beispiel für Fankultur (in andere Stadien gehe ich entschieden zu selten) und ich dachte, dass so manches, was man in den späten 90ern noch hörte (Affenlaute oder auch dieses schlimme „Asylanten! Asylanten!“), eben überall hat verdrängen können. Tja…neulich im Pokal auf Schalke gegen Hertha, gestern in Münster…Ich nahm fälschlicherweise an, man wäre da weiter. Düstere Zeiten.

    • rainer kühn schreibt:

      Ja, sorry, ich verstehe. Ich war letztens beim BVB gegen die Fortuna D’Dorf. Auch alles schlimm. Die Brücke in Osna ist wirklich noch ´ne Brücke zum Fußball. Mein Empfinden als Allesgänger.

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