Wuppertal fährt einen Pallas Break Breker 57i

Pallas Athene für das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal (1957)
Ein zusammengeschusterter Beitrag gegen das Fortwesen

Nach 1945 erhielt er, die Gottbegnadete No.1 der Topliste der Nazis, kaum noch öffentliche, jedoch zahlreiche private Aufträge: Er porträtierte einflussreiche Industrielle – wie Hermann Josef Abs, Hugo Henkel, Günther und Herbert Quandt, Rudolf-August Oetker, Paul Girardet und Gustav Schickedanz -, Politiker – wie Konrad Adenauer, Ludwig Erhard; Ronald Reagan, George H. W. Bush und Karl Carstens in Salut America -, Künstler – wie Jean Cocteau, Jean Marais, Salvador Dalí, Ernst Jünger, Ezra Pound – oder Kunstsammler wie Irene und Peter Ludwig, und bezog angeblich Gagen von bis zu 150.000 Mark. Er war befreundet mit Salvador Dalí und Ernst Fuchs. Über die Freundschaft der drei Künstler, genannt Goldenes Dreieck, sagte Dalí: „Breker-Dalí-Fuchs. Man kann uns wenden wie man will, wir sind immer oben.“
Arno Breker behielt seine Vorliebe für Porträtbüsten und athletische, meist männliche Körper. Bis in die 1980er Jahre arbeitete er, der nach eigenen Angaben „von Muskeln nie genug kriegen“ konnte, nach Sportlermodellen. Der Zehnkämpfer Jürgen Hingsen, die Hochspringerin Ulrike Nasse-Meyfarth sowie die Schwimmer Walter Kusch und Peter Nocke standen ihm Modell. Hingsen wurde als „griechischer Apoll“ verewigt.
Breker hatte sich zeitlebens auch mit Architekturprojekten befasst. Sein früheres Fachstudium in Düsseldorf war nach Angaben von Albert Speer auch hilfreich für die Pläne der Neugestaltung Berlins. Nach 1945 wirkte er unter anderem bei der Gestaltung der Gerling-Konzernzentrale in Köln mit. Wegen des monumentalen Charakters der Bauten, die Erinnerungen an die Kolossalgebäude Albert Speers weckten, wurde das Gebäude-Ensemble von der Bevölkerung schon bald „Kleine Reichskanzlei“ genannt. Hier geriet Breker schon allein deshalb in Kritik, weil die beteiligten Architekten und Bauleiter (Kurt Groote, Karl Piepenburg, Helmut Hentrich, Hans Heuser) wie die unterstützenden Gutachter Friedrich Tamms und Hans Mertens bereits im „Dritten Reich“ führend tätig waren. Nach Dissonanzen mit Hans Gerling, dem Sohn des Konzern-Gründers Robert Gerling, legten die Architekten Helmut Hentrich und Hans Heuser ihren Auftrag nieder und das Gebäude wurde unter der formalen Leitung Brekers von Hans Gerling in eigener Regie vollendet. Breker war hier aktiv als Bildhauer tätig. Die Figuren auf dem zentralen Brunnen am Gereonshof stammen von ihm, ebenso mehrere an den Wänden der Gebäude angebrachte Reliefs: Darstellungen der Heiligen Drei Könige, St. Georg und St. Martin, St. Christophorus sowie andere Figurengruppen.

Nach einem Bericht der Zeitschrift Stern nahm Breker in den 1970er Jahren den Goldenen Ehrenring des rechtsextremen Deutschen Kulturwerkes Europäischen Geistes entgegen. 1986 lobte Breker den „kulturell anspruchsvollen Stil“ des rechtsextremen Blattes Deutsche Monatshefte und veröffentlichte hier in Heft 12 einen Beitrag über den französischen Bildhauer Aristide Maillol. Nach Brekers Tod 1991 trauerte das antisemitische Blatt Die Bauernschaft (Verleger Thies Christophersen) um seinen Leser Breker.

Ich drücke dem Geschichtslehrer des Gymnasiums die Daumen gegen die schöne Stadt, und die beiden weiblichen Schüler, die pro Breker sind, die aber sollen unter Pallas Athenes Speer lebenslang nur schwere minderbezahlte biologisch nicht abbaubare Drecksarbeit verrichten ohne Liebe und Humanität. Denn auf ihre Weisheit sei geschissen.

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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