Glück auf parkt im Veltinsrauschstadion Kraftwerke aus Afrika als Gazprom-Kondome

Zum ersten schwarzen Tag in der blau-weißen Historie wurde der 25. August 1930: Der Verein wurde vorübergehend aus dem Westdeutschen Spielverband ausgeschlossen, 14 Spieler des FC Schalke 04 wurden zu Profis erklärt und vom Spielbetrieb exkludiert. Der Verein habe sich mit „überhöhten Spesenzahlungen“ an die Spieler eines „Verstoßes gegen das Amateurwesen“ schuldig gemacht. Bis zu zwanzig statt der erlaubten fünf Mark Handgeld sollen unter anderem Hans Tibulski, Fritz Szepan und Ernst Kuzorra kassiert haben. Tatsächlich gab es auch Jahrzehnte später noch Gerüchte über Kuzorras finanzielles Gebaren. Vor großen Spielen soll er erst einmal die Anzahl der Menschen auf den Rängen geschätzt und bei gutem Besuch das Hinauslaufen auf den Platz verzögert haben, bis die Verantwortlichen „’nen Hunderter für jeden Spieler“ in die Stiefel geschoben hatten. – So amüsant die Anekdote auch sein mag, so traurig war die Realität: Schalkes Schatzmeister Willy Nier nahm sich aus Scham über die Ereignisse das Leben, indem er sich im Rhein-Herne-Kanal ertränkte.

Die erfolgreichsten Jahre des FC Schalke 04 fielen in die Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1934 und 1942 stand die Mannschaft jedes Jahr mindestens im Meisterschafts- oder Pokalfinale. Sechsmal gewann sie die Meisterschaft, einmal (1937) zusätzlich den Tschammerpokal. Nach dem Gewinn des ersten Meistertitels 1934 berichtete die polnische Presse, dass fast alle Spieler Polen seien, „Söhne eingewanderter Bergleute“. Die Vereinsführung reagierte mit einem Offenen Brief, in dem festgestellt wurde, dass alle elf Spieler der Meisterelf sowie zwei Reservisten im Ruhrgebiet geboren worden seien. Aufgeführt waren auch die Geburtsorte von deren Eltern. Bergleute waren demnach unter den Vorfahren der Schalker Spieler nicht.
Die Erfolge der Mannschaft wurden von den Nationalsozialisten ideologisch ausgeschlachtet, die Spieler wurden instrumentalisiert oder sie ließen sich bewusst einspannen. Die Meisterschaftsendspiele wurden ab 1937 im Olympiastadion Berlin ausgetragen und der Kampf- und Teamgeist der Spieler wurde propagandistisch in den Vordergrund gestellt. Die Schalker Elf machte mehrmals Reisen durch besetzte Länder zur „Truppenbetreuung“, gespielt wurde dabei gegen Soldatenmannschaften.

Schalke 04 hat als erster Fußball-Bundesligaklub seine Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich aufarbeiten lassen und dabei seine Verwicklung in das NS-System offengelegt. „Es gab viele Mitläufer, es gab die Opportunisten, die sich nicht gescheut haben, vom System hofiert zu werden“, sagt Historiker Heinz-Jürgen Priamus. Die Nationalsozialisten nutzten die Schalker Erfolge für ihre Propaganda, Adolf Hitler ließ sich gerne mit den königsblauen Fußball-Größen ablichten. „Es gab aber keinen Befehl des Führers, daß Schalke Meister werden muß“, stellt Stefan Goch zusammen mit Norbert Silberbach klar. „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau“ heißt das Buch.

Überliefert ist nur ein Stadionbesuch des GröFaZ: 1936, als Deutschland gegen Norwegen 0:2 verlor. Schalkes Führung und vor allem Fußball-Fans überhaupt fand er wohl zu rechtspopulistisch.

 

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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