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Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist nicht »alternativlos« (Mit alles hier)

Neben unbedingter Staatstreue eint die reformerischen Linken, dass sie sich mit dem herrschenden System abgefunden haben. Was die Befürworter des sozialdemokratischen Fernsehens übersehen, ist die gesellschaftliche und technologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Als das öffentlich-rechtliche TV erfunden wurde, diente es als Vollprogramm, weswegen der Rundfunkstaatsvertrag als Aufgaben »Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung« festschreibt – was ARD und ZDF systematisch ignorieren (abgesehen vom Unterhaltungsauftrag, den sie mit all den dumpfen Volksmusikstadln und der kitschig-kuscheligen Degeto-Welt übererfüllen). Besonders die Einführung des Privatfernsehens machte die Notwendigkeit des Vollprogramms obsolet. Verantwortlich dafür war die sozialliberale Bundesregierung Helmut Schmidts, Helmut Kohl hat dann das Privatfernsehen massiv vorangetrieben, nicht zuletzt, um den als »Linksfunk« verpönten Sendern etwas entgegenzusetzen. »Unsere Politik bezüglich RTL Plus war immer darauf ausgerichtet, eine Anbindung von RTL an das konservative Lager zu sichern beziehungsweise ein Abgleiten nach links zu verhindern«, schrieb Edmund Stoiber, damals Leiter der bayerischen Staatskanzlei, an seinen Chef Franz Josef Strauß.

Doch der Siegeszug des Privatfernsehens hatte einen weiteren Effekt, mit dem seine Förderer kaum gerechnet haben dürften: Er führte dazu, dass die Öffis ihr Programm dem der Privaten anpassten.

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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