Durchschnaufen im Superkunstsommer

Wer mal die Atemwege der kunstvollen Leezenrundfahrten (Skulptur Projekte im Tritt) und die hochgeschwurbelten Textexegesen aus Katalogen und Flyern („die Intervention der skupturalen Geste zielt wackelig in den ordnungsamtregierten öffentlichen Raum der privaten Aneignung wie ein weggerotztes Kaugummi auf die höchsteigene Schuhsohle“) so richtig wegatmen will, der sollte endlich den Der Meisterschüler aufsuchen, um seiner Kurzatmigkeit Nachhaltigkeit zu gönnen. Eine Resterampe macht den Anfang, die Verschmelzung zweier Architekturformen, nämlich Atommeiler und Moschee, den zweiten Schritt ins Wesentliche. Weiterhin wird auf einzigartige Weise eine Fassadenskulptur als „Schuppen des Grauens“ zur Kenntlichkeit entstellt, mündend im Ergebnisticker: „Das Ganze ist also offenbar nichts als ein Monument der Durchschnittlichkeit.“ Attestiert wird auch der Fußballbezug, der erwartet bei 0,0 darniederliegt. Auch Selbstversuche im Dunkeln werden kritisiert, und da möchten wir hier auf der sauberen Seite des vielfach dunklen Internetzels auch gar nicht weiter hingucken. Nachdem der Schlitz im Klotz am Ludgerikreisel blank positivistisch festgestellt wurde, gelangen wir zu einer Analyse von Zweigen und Astgabeln, weil daran die Kunst heute hängt. Schwamm bzw. Blatt drüber. Der Nietzsche-Felsen steht auch nicht fest, wie die nächste Beobachtung uns bedeutet, vielmehr sehen wir „eine Skulptur im Konjunktiv!“, den ich bekanntlich hasse wie die meisten Muttersprachler des undemokratisch gewählten, ja zugelosten Vaterlandes. Nur mit einem 7,2 volumigen Bier aus Honig und Lindenblütensaft der Stadt im Lindenkranz kann man dann noch ertragen, was eben nicht nach einer „himmelwärts strebenden Dauerwurst“, sondern nach strebendem Anderen aussieht und den schönen Erbdrostenhof zu einer modernen Skulptur regelrecht degradiert. – Nein, es ist wahr: Wenn man selbst den Kaffee aufhat, gibt der Der Meisterschüler noch einen Kuchen aus. Einen Bienenstich.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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