Die ganze Welt

Will man wirklich die ganze Welt begreifen, guckt man heute Google Maps, am besten die Satellitbildversion, wo eh alles gleichaussieht von oben. Boah, die blaue Kugel und da ist ja Malle, wo wir alles weggesoffen haben, wie auf Sylt auch. – Vor 50 Jahren habe ich mit meinem Vater die Welt am Küchentisch mit ADAC-Karten und Atlassen erobert. Mit dem Finger nach Wuppertal, nach Mailand, nach Athen. Keine Mautgebühr, höchstens mal einen Kakao. Spannender waren Küchenreisen nach Chicago und Rio, dann wieder zurück in den Harz, nach Kiel oder Emden oder ins Allgäu bis zum hingeschiedenen Aralsee. Fußballstädte: Kiew, Liverpool, Neapel. Dabei erzählt, erzählt der Vater vor allem. Gute alte Zeit. – Heute wissen wegen Navi und Smartphone viele Menschen, die ich kenne, nicht einmal mehr, ob sie in den Süden oder in den Norden fahren. Der Nordpol ist ihnen eine fremde Antarktis. Könnten einen Kompass auch nicht mehr nutzen. Schwimmen können sie heute auch nicht mehr, erzählt mein WDR5-Radio. Und eine Erste-Hilfe mit Herzmassage und Beatmung ist auch nicht mehr drin, aber Warnwesten tragen, Rettungsgasse bilden sowieso nicht. Ich finde das bedenklich, aber nicht schlimm. Die durch falsche bürgerlich-kapitalistische Bildung dummgemachte bloß börsenreiche Menschheit wird eh nicht überleben, eher früher als später nicht. Es ist eine Spezies mit offenkundigem Selbstzerstörungsmodus (siehe SPD). Ein Dino, der sich selbst der Meteor ist bzw. sein wird. Dabei müßte der Meteor zurückschlagen, als Arche, als Archivar der seltsamsten Spezies, die der blaue Planet je gesehen und dann deswegen gefressen hat.

„Auch Kritiker bezeichnen ihn als einen der ‚interessantesten deutschen Künstler'“ (Wiki)

Gleich an unserer Ecke liegt eine Bar
und diese Bar ,diese Bar heißt „Heaven“
Sie klingt so schön englisch,
und jeder will rein
Doch nur jeder zehnte
wird der glückliche sein

„Heaven“ ist der Weg in die Ferne
zur endlos kalten Wärme

„Heaven“ ist der Weg in die Ferne
zu längst verglühten Sternen

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu Die ganze Welt

  1. Manfred Voita schreibt:

    Was soll auch aus Kulturen werden, die ihr Heil im Jenseits suchen, für die das Leben nur eine Durchgangsstation ist, ein Wartesaal? Oder die davon überzeugt sind, dass alles einen Sinn hat und automatisch zu einem guten Ende führt?

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