Gehört sich nicht! Ist doch Käsegraffiti!

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Schön muß es sein: schön doof!

Der Käsestreit stinkt inzwischen bis zum akuten Hafenfest Münster ans andere, ans sog. Kreativufer der eventualen Event-Hauptkultur, die wir uns durch NICHTS lassen zu leben nehmen. Von dort, dem anderen Ufer des bald via internationaler Kunst berühmt werdenden Hafenbeckens (SPM17Erkman), kann man an der biodynamischen, transparenten und käsebildungsaktiven Hafenkäserei eine Bemalung sehen, die an aesthetischer Naiveität und glattpoliertem Industriedesign nicht zu unterbieten ist. Für meinen Geschmack gesagt: häßlicher kann Wandwerbung nicht sein! Jede Postille in Münster und jeder Blogger, der etwas Mainstream auf sich hält, hat sich aber der Mehrheitsmeinung der Kunstbanausen angeschlossen, welche noch nie ein Museum oder einen Kunstband von innen gesehen haben. Man findet es toll; man sieht sowas ja auch täglich in den Vorabendwerbefernsehsendungen für Kinder und Rentner. NUR ICH und die meisten der klugen Architekten sind sauer ob dieser und auch aller anderen Geschmacklosigkeiten. – Käse aus Münster! Aber hier die Metapher!

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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5 Antworten zu Gehört sich nicht! Ist doch Käsegraffiti!

  1. ruppe007 schreibt:

    Es ist auch spießig sich über den Fassadenkäse aufzuregen – schön jedoch die Scherben, der Alk – die ansichtige kleinste Großstadtidylle am Kreativkai. Triumpf für Dieter – den Kreativdieter sowieso. Selten so schönes gelb gesehen….

    • rainer kühn schreibt:

      Als B-Side-Supporter des kunstaffinen Hafens meiner Wahlheimat (ich sage nur HALLE! 5.OG!) sehe ich schon meinem Erkmanschen Wasserlauf hoffnungsvoll entgegen. Vom Kreativkai zum Käsegemälde! Mit Livevideo ins Monopolmagazin! Ha, der Sommer kommt! Sowas von!

  2. Manfred Voita schreibt:

    Wenn Architekten bestimmen, was geht und was nicht, dann mag ich mir nicht vorstellen, was das für die Stadt bedeutet. Man muss nicht alles mögen, was da an Wänden steht oder plakatiert wird, aber der genormte Geschmack, die Anpassung an den Kunstkritiker, der demnächst die Stadt besucht, ist auch ganz schön seltsam. Was bleibt, ist nur noch der Müll und glatte Fassaden. Kunst als Besuchermagnet, Kunst für das Image der Stadt und der Hafen als architektonische Werbeveranstaltung.

    • rainer kühn schreibt:

      Der genormte Geschmack: Der Standard & das immerwährende Desaster. Genau. Warum nicht mal anderes gucken. Einstürzende Fassaden oder gar leere, gänzlich nicht zugemüllte zugesprühte Wände wie diese ganze Normbuntheit und/oder der Alternativschrott. Ich liebe grau. Und singe heute mit SYPH „Zurück zum Beton“. 😉

  3. rainer kühn schreibt:

    Die bunten Bilder an der Hafenkäserei sind heute, 29.5.2017, am Montagmorgen übermalt worden. Die Architekten des Gebäudes hatten zuvor eine einstweilige Verfügung gegen die Bilder erwirkt. (WN, http://www.wn.de/Muenster/2836224-Einstweilige-Verfuegung-Hafenkaeserei-Graffiti-ist-wieder-verschwunden) Die Diskussion auf Facebook bei der Kulturtruppe B-Side ist eine einzige Katastrophe: Unzugänglich für Argumente, alle gemeinschaftsstiftend wie in unguten Zeiten, alle persönlich statt sachlich und kenntnisreich. Eine Stadt mit solcher Protest- oder Subkultur hat verloren. Weder Geschichtskenntnisse noch Kunstbegriffe. Nur Gemeinschaft. Und was für eine!

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