„Das stört keinen großen Geist“

Literaturkritiker Denis Scheck (bekannt aus nächtlichen Ausstrahlungen weit nach den ARD-Tatorten am Fließband Bücher sortierend oder in einem leeren Schwimmingpool Autorinnen interviewend) stellt seit heute immer freitags in WDR 5 (das ist Radio) Bücher vor, die man gelesen haben sollte. Seine Maßgabe: „Man sollte einem Buch schon 30 Seiten Zeit geben, um das Herz zu gewinnen.“- „Schecks Bücher“ (so heißt die Kolumne irgendwann nach 10 Uhr morgens nun, sollen „Besseres“ vorstellen. Soweit der WDR.

Ich habe die Premiere heute gehört, weil ich immer WDR5 höre. (Nur wenn Sabine Brandi moderiert, schalte ich sofort aus oder um.) Und ich habe mich sofort an Raymond Chandlers Worte erinnert, die Kay Sokolowski zur Sache zitiert. Über Karlsson mit dem Propeller ging es, von dieser Pippi aus Langstrumpf. Karlsson muß zwar manchmal in die Werkstatt, ist aber sonst der beste Mann mit dezentralen Charaktereigenschaften. Ich fand die Verfilmung dieses Karlssons gar nicht gut, und die Pippi habe ich auch *nicht wirklich* gelesen. Zurecht! wie ich viel später erst auch wirklich wußte.

Daß ich öfters auf dem Balkon von Halle 3 bei der Buchmesse rauchend dem „berühmtesten Buchverkäufer“ hierzulande hätte winken können ist ein Lob des Konjunktivs und des Blicks zur anderen Seite: Oh, der Moor!

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu „Das stört keinen großen Geist“

  1. Manfred Voita schreibt:

    Denis Scheck wird unvermeidlich, wo auch immer gerade Bücher besprochen werden, einzige Ausnahme: das literarische Quartett. Ich weiß nicht, ob er sich damit einen Gefallen tut, einen nicht-monetären meine ich. Seine Eloquenz schätze ich durchaus, auch die Eindeutigkeit seines Urteils hat etwas für sich, gerade in einem Markt, in dem eigentlich alle immer verkaufen.

    • rainer kühn schreibt:

      Denis Scheck habe ich zuerst in den Neunzigern im Hessischen Radio gehört, glaube HR1 damals, wo auch Klaus Walter mir die gute Musik vorstellte. Das hatte Drive, ja, und diese konsequente Entscheidung ‚gut/schlimm‘ hat heute noch Witz, wenn sie nun auch wirklich Betriebsnudelfließband ist statt Kritik der Fließbandarbeit. – Lieber erinnere ich mich an den Kritiker und Schriftsteller Michael Wildenhain, der auch ein entschiedenes Urteil forderte: „Entweder Literatur ist kritisch – oder sie ist affirmativ.“ Die richtigen Worte gut gesetzt! 😉

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