EMIL & die Graffiti-Detektive

Zur Straftat Graffiti gab es bis vor drei Jahren eine Website der „Ordnungspartnerschaft Münster“. Im Kommissariat 12 ist das Sachgebiet „EK Graffiti“ angesiedelt. Viele Täter besprühen nicht nur Hauswände, sondern auch Züge, die den Hauptbahnhof Münster als Ziel haben. Die Ermittlungskommission Graffiti ist eine Zusammenarbeit zwischen der Polizei Münster und der Bundespolizei, welche die Straftaten im Bereich der Deutschen Bundesbahn verfolgt. Jährlich werden etwa 800 bis 900 dieser Straftaten in Münster erfasst. Die Aufklärungsquote liegt seit Jahren bei ca. 20 Prozent. Die Täter treten entweder als Crew (Gruppe) oder einzeln in Erscheinung. Graffiti sind im Regelfall keine künstlerischen Bilder sondern häufig bloße relativ sinnfreie Buchstaben. Graffititäter sind oftmals dunkel gekleidet und verdecken durch Kapuzen oder Cappis ihre Gesichter. Zudem wird meistens ein Rucksack mitgeführt, in dem sich die Sprühdosen befinden.

In meinem Geistviertel, dem schönsten Stadtgebiet der Welt bzw. des westfälischen Universums konnte ich vom 19. August bis zum 11. September letzten Jahres 43 Tags auf maximal einem Quadratkilometer fotographisch dokumentieren. Ich fand diese EMIL-Sprühung grauenhauft weil kunst- und also sinnlos. Nachdem aber jeden Tag in engster Nachbarschaft neue dazukamen, radelte ich nicht nur geradewegs, sondern kreuz und quer mit einigem Erfolg vom Tagesschäft nach Hause.

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27.12.2016: Zwei Tage im besten Zustand, dann schon wieder beschmiert. Die Giant Pool Balls am Aasee.

Im Sinn hatte ich die ewigen Beschmierungen der Giant Pool Balls von Claes Oldenbourg, wo Kunst von Möchtegernkünstlern oder auch einfach Banausen geschändet wird: und jeder in Münster weiß seit 1977, gegen den expliziten Willen des Künstlers. NO RESPECT den Respekt- und Kenntnislosen! – Ich will hoffen, zu den Monaten der Skulptur Projekte 17 positioniert die Polizei rund um die Uhr ein paar Scharfschützen mit anhaftenden Stinkbomben als Projektil.

 
Sehr ärgerlich bzw. bezeichnend für die Wertschätzung von Bewohnern, Mietern ist auch die Entfernung dieser sog. ‚leichten‘ Straftaten in Form eines Graffiti. Während nämlich Privatleute, Eigentümer ohne weiteres den Urzustand wiederherstellen, schafft es die LEG, ihre eh fälligen von der WGM übernommenen Gebäude in einem noch beklagenswerteren Zustand der Öffentlichkeit zu übergeben. Dann lieber den EMIL-Tag pflegen statt so´ne Renovierung!

SO – UND NUN ENDLICH DREIUNDVIERZIG MAL EMIL

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu EMIL & die Graffiti-Detektive

  1. Manfred Voita schreibt:

    „In meinem Geistviertel, dem schönsten Stadtgebiet der Welt bzw. des westfälischen Universums“ – wenn das nicht eine Liebeserklärung an einen Stadtteil ist, dann weiß ich auch nicht, wie so eine aussehen könnte. Etwas rätselhaft sind diese Schreibübungen ja schon, die scheinen nicht alle vom gleichen Spayer zu stammen. Aber sie sind auf jeden Fall schöner als die seltsamen Versuche, sie wieder von den Wänden zu tilgen.

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