Brückenpfeiler II, die lila-weißen Helden

Nein, es sind nicht die aktuelleren Spieler, die gemeint sind vom Exekutivausschuß VfL-Museum bei der anstehenden Ehrung rund um die Betonpfeiler der Bremer Brücke, es sind nicht einmal zuvörderst die, die mein Vater dort Mitte/Ende der sehr erfolgreichen 60er Jahre noch gesehen hat. Aufgrund der ab 17. April genau 118 Jahre alten Vereinsgeschichte sind aus 22 aus Vorwahlen der Vereinshistoriker hervorgegangenen VfL-Größen elf zu wählen, und zwar nur von Mitgliedern, DK-Fans und Sponsoren. Der vorschnelle Fan im Forum, ältestenfalls so alt wie ich, wählte in einem Überbietungswettbewerb schon etwa Werner Kamper, Uwe Seiler – beide beste selbst gesehene Torleute – Paul Linz, Neale Marmon – beide Helden meiner Schulzeit – Herbert Mühlenberg, Willi Mumme, Kaniber, Nordmann, Gans, Baumanns oder auch Horst Feiler und Detlef Olaidotter, über die der PARTEIvorsitzende und Teilzeitosnabrücker Martin Sonneborn der NOZ mal eine schöne Anekdote von einem Besuch der Bremer Brücke erzählt hat.
Erwin_Kostedde fragt in Artikel 738162 am gestrigen Mittwoch, dem 18. Januar 2017 um 17:56: Wo finde ich auf der Dauerkarte meine Kundennummer? Ich glaube ich bin zu blöd um bei der Heldenwahl, die ans Stadion kommen soll, mitzumachen. Ich fliege auf jeden Fall beim Voting-Login immer raus …
Na, ob er diese VfL-Auswahl wohl insgesamt kennt?

Aus meiner jüngsten Zeit NurFürDiesenVerein würde ich auch noch Kevin Kampl, Pele Wollitz, Torwart Stefan Wessels und vor allem Jan Fußballgott Tauer, forever 26, nennen, der im vorherigen Beitrag die lila-weiße Flying-V-Gitarre gebaut aus Bohlen der Nordkurve von Rebellius initiiert spielt 😉 . Ich gebe aber mit drei, vier gekürzten Netzartikeln zu oben im Bild gegebenen VfL-Heroen schlußendlich insgesamt wieder, was mit TRADITIONSVEREIN wirklich gemeint ist:

Matthias „Mattes“ Billen (* 29. März 1910 in Hamborn; † 1. Juli 1989) war ein deutscher Fußballnationalspieler. Der Offensivspieler war vor und während des Zweiten Weltkrieges aktiv in den Gauligen Niederrhein und Niedersachsen und kam 1947/48 als Routinier beim VfL Osnabrück in der Fußball-Oberliga Nord nochmals auf 18 Ligaeinsätze, wo er vier Tore erzielte. – – – SV Hamborn 07 – – – Stadion an der Buschstraße – – – Reichstrainer Otto Nerz – – – Billen war der erste Nationalspieler des VfL Osnabrück. Als Soldat kam er 1936 nach Osnabrück und wechselte zum VfL Osnabrück. Hier war er eine der Stützen, die den Verein zu einem ernsthaften Rivalen von Hannover 96 in der Gauliga Niedersachsen machten. In der Runde 1936/37 glückte die sofortige Rückkehr in die Gauliga mit den Lila-Weißen und 1937/38 als Aufsteiger konnte die Vizemeisterschaft hinter dem späteren Deutschen Meister Hannover 96 erreicht werden. 1939 und 1940 gewann er mit den Osnabrückern die niedersächsische Gau-Meisterschaft und nahm jeweils an den Spielen zur Deutschen Meisterschaft teil. Am 26. Februar 1939 gelang der „Gartlager-Elf“ unter Trainer Walter Hollstein ein vorentscheidender Sieg gegen Hannover beim Gewinn der ersten Gauligameisterschaft. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1939 wurde in den Gruppenspielen ein zweiter Platz hinter dem Hamburger SV errungen. Den zweiten Meistertitel errangen die „Lila-Weißen“ 1940 durch zwei Entscheidungsspiele der Staffelsieger Nord gegen Süd (3:2, 2:2) gegen Hannover 96. Insgesamt wird Billen in den zwei Endrunden mit elf Einsätzen und zwei Toren für Osnabrück geführt. Aber auch im Tschammer-Pokal (heute DFB-Pokal) war er mit dem Team vom Stadion an der Bremer Brücke aktiv. In der Saison 1938/39 schaltete man den VfB Bielefeld (3:1) in der ersten Hauptrunde aus, bezwang am 19. November 1939 mit 3:2 den FC Schalke 04 mit deren Paradestürmern Hermann Eppenhoff, Fritz Szepan, Ernst Kalwitzki, Ernst Kuzorra und Karl Barufka, ehe man sich mit dem Innensturm Billen, Adolf Vetter und Friedel Meyer durch eine 0:4-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim aus dem Wettbewerb verabschiedete. Nach dem Zweiten Weltkrieg war „Mattes“ Billen einer der treibenden Kräfte beim Wiederaufbau des VfL. Er spielte noch bis einschließlich der ersten Oberligasaison 1947/48 für den VfL Osnabrück, dann beendete er nach einem Beinbruch seine Laufbahn. 1952 schloss er seine Ausbildung zum Fußballlehrer ab. Billen war dann jahrelang als Trainer unterklassiger Mannschaften – unter anderem bei SV Bad Oeynhausen, Ballsport Eversburg, SV Rasensport Osnabrück, SV Ibbenbüren, TuRa Grönenberg Melle, Sportfreunde Oesede – im Raum Osnabrück tätig.

Heinz „Schangel“ Flotho (* 23. Februar 1915 in Osnabrück-Schinkel; † 29. Januar 2000 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Fußballnationalspieler. Heinz Flotho war zunächst Handballer und Leichtathlet, bevor er relativ spät zum Fußball kam. Er begann als Torwart seine Karriere 1929 bei TV Friesen Schinkel, setzte von 1933 bis April 1942 beim VfL Osnabrück fort, nach Kriegsende war er von 1945 bis Februar 1946 bei der SG Kassel-Süd um dann wieder im Stadion an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück von Februar 1946 bis 1949 vor Anker zu gehen. Für diesen Verein bestritt er 1939 sein einziges Länderspiel gegen Luxemburg. Der „schwarze Panther“, wie er genannt wurde, ersetzte 1942 den kriegsbeschädigten Hans Klodt im Tor des FC Schalke 04. 1944 wechselte er zum Dresdner SC, ehe er ein Jahr später für Hessen Kassel aktiv war. Dort wurde er auch schon mal als Stürmer eingesetzt. Nach einem halben Jahr in Kassel kehrte er zum VfL Osnabrück zurück. Als Trainer führte die Mannschaft des STV Horst-Emscher zum Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 1967.

Adolf „Addi“ Vetter (* 18. November 1918 in Bad Münder; † im Juli 1973) war ein deutscher Fußballspieler des VfL Osnabrück. Als er 1936 zum Militär eingezogen wurde, kam er in die Garnisonsstadt Osnabrück. Der VfL Osnabrück war gerade mit lediglich fünf Punkten aus der Gauliga Niedersachsen abgestiegen und benötigte einen treffsicheren Angreifer. Vetter wechselte zum VfL und feierte 1937 in seiner ersten Runde in Osnabrück den Wiederaufstieg vor dem ASV Blumenthal und Lüneburger SK. In den Jahren 1948 bis 1950 führte er dreimal in Folge die Torschützenliste in der Oberliga Nord an, etwa mit der Quote 40 Tore in 24 Spielen. 1954 beendete „Addi“ Vetter seine Laufbahn beim VfL Osnabrück. In der Runde 1954/55 schloss er noch eine Saison als Spielertrainer bei den Sportfreunden Oesede im Amateurlager an. „Addi“ Vetter wurde mit der Ehrennadel des Norddeutschen Fußball-Verbandes, der Silbernen des Niedersächsischen Fußball-Verbandes und der Goldenen Ehrennadel des VfL Osnabrück ausgezeichnet. Zur Erinnerung an „Addi Vetter“ trägt seit 1981 die inoffizielle Osnabrücker Hallenfußball-Stadtmeisterschaft den Namen „Addi-Vetter-Cup“.

Hans Haferkamp, gerufen „Hannes“ (* 11. Oktober 1921 in Osnabrück; † 30. Juni 1974) war ein deutscher Fußballspieler: zuerst bei SV Rasensport, TSV 1897 und Eintracht Osnabrück. Er gewann mit der Eintracht 1948 die Meisterschaft in der Landesliga, schaffte aber den Aufstieg in die Oberliga Nord nicht. Daraufhin wechselte er gemeinsam mit Heinrich „Heina“ Fiening und Ewald Nienhaus zum VfL Osnabrück. Der „blonde Hannes“ gilt als einer der besten Fußballer, die jemals das Trikot des VfL Osnabrück getragen haben. (Vaters Erzählungen) Zusammen mit Erich Gleixner, Karl-Heinz Gehmlich und Addi Vetter war er entscheidend für den Aufschwung des VfL in den frühen 1950er Jahren mit seiner Stammposition des „linken Verbinders“ im Mittelfeld. Von der Sportpresse wurde er wegen seiner herausragenden spielerischen Klasse bisweilen als „Fritz Walter des Nordens“ tituliert. Er bestritt alle sieben Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft mit dem VfL Osnabrück in den Jahren 1950 und 1952. Viermal war er beiden Herberger-Schützlingen als linker Läufer dabei. Der Betreiber eines gut frequentierten Osnabrückers Tabak- und Zeitschriftenladens in der Lotter Straße, erlag im Juni 1974 einem Herzinfarkt, den er bei einem Fußballspiel auf einer Freibadwiese erlitten hatte.

Mein Besuch im Wedau-Stadion drauf, wo wir 115 Jahre jung waren und natürlich trotz der knappen und ganz klar sinnfreien Niederlage noch weit nach Spielschluß gesungen haben!

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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