Bollwerk deutscher Leitkultur

Sollte jemand „Die letzten Tage der Menschheit“
des Karl Kraus auf gegenwärtige Verhältnisse übertragen,
der deutsche Weihnachtsmarkt würde eine ideale Bühne abgeben.

Ein Terrorist ist kein Mensch, der sich einer großen Idee verschreibt
und in ihrem Namen Mordtaten zu begehen bereit ist.
Ein Terrorist ist ein Mensch, der sich für seine Mordlust
eine große Idee sucht.

Weihnachtsgeschichten handeln von Elend, Grausamkeit, Mord und Heimatlosigkeit. Nirgendwo wird die Welt in so düsteren Farben gemalt wie in Weihnachtsgeschichten. Damit dann der Glanz der Gnade, der Widerschein himmlischer oder wenigstens familiärer Harmonie umso stärker zur Geltung kommen kann. – So trafen der Herr Reiner und der Herr Kainer schließlich ihren „Dritten im Bunde“, den Herrn N’Bembé, dem sie leichtsinnigerweise versprochen hatten, bei der Besichtigung eines deutschen Weihnachtsmarktes behilflich zu sein. Dabei hatten sie ihm erklärt, dass es zwar in gewissen Städten durchaus schon früher Weihnachtsmärkte gegeben hatte, auf denen man sich Christbaumschmuck, Krippenfiguren, Lebkuchen und andere Spezialitäten kaufen konnte. Die inflationäre Ausbreitung der Weihnachtsmärkte, vor allem aber ihre gleichförmigen Anordnungen um Glühweinstände herum, an denen von ziemlich früh bis ziemlich spät lautstark und geruchsintensiv deutscher Vorweihnachtlichkeit gehuldigt wird, sei ein neueres Massenphänomen sowie eine sonderbare symbolische Aufladung. Weiterlesen auf Das Georg- Seeßlen-Blog. – Etwa:
Aber mit einem Schlag war alles anders. – Aus einer vagen Gefährdungsangst war blutige Wirklichkeit geworden. Getötete Menschen, verwundete, blutende. Schmerzen und Leiden. Die Erfahrung von Ohnmacht und Sinnlosigkeit gegenüber etwas, das man augenblicklich nur als das Böse begreifen kann. Ein Trümmerfeld und eine mediale Giftwolke. Und im Anschluss daran: die Unfähigkeit zu trauern. Dass die üblichen Verdächtigen von rechts sofort zur propagandistischen Leichenfledderei übergehen, war zu erwarten, und auch von Horst Seehofer hat niemand auf dieser Welt mehr politische Anständigkeit erwartet. Und doch, wie pflegte Herr Kainer zu sagen: Eine Gesellschaft erkennt man darin, wie sie mit ihren Verlusten und Opfern, ihrem Tribut an den Wahnsinn der Welt umgeht. – Weiterlesen!

Werbeanzeigen

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Zeitdiagnostik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s