Nichtlesen als Hilfestellung zum Protest

Hermann Peter Piwitt schrieb einmal im Sinne einer Medienkritik Enderwitzschen Ausmaßes, daß, wer lesen kann, erreichbar ist. Nämlich für den ganzen Dreck heutzutage. – Aus der einstmals aufklärerischen Errungenschaft des Lesenkönnens ist im letzten Jahrhundert schon ein manipulatorisches und staatlich-wirtschaftlich gefördertes Integrationsmittel in die gegebene Gesellschaft geworden, schlimmer als ganz früher, wo Bildung blank Herrschaft bedeutete und nicht Teilnahme suggerierte. Heute: Der Konsument muß lesen können; schreiben nur rudimentär. Bestellungen, unleserliche Unterschrift und Fanbriefe z.B., das reicht schon, um keinen Gedanken zu erlangen.

früher-allwetterfan-jetzt-durchschnittsfan   Artikel 735947   Mittwoch, 23. November 2016 20:29
@Lechtinger
Warum versuchts Du krampfhaft, Dich auch auf dieses bodenlose Niveau herabzubegeben? Wer zum Teufel hat etwas davon, wenn sich zwei Lager im Verein gegenseitig als Lemminge, Hassprediger, … beschimpfen?!
Für mich gibt es im VfL keine besseren oder schlechteren Ehrenamtler. Unserem Präsidium, Ehrenrat, Wahlausschuss wie auch den älteren Mitglieder der Fußballabteilung unterstelle ich mal, dass sie (oder wenigstens die überwältigende Mehrheit von Ihnen) den Verein vorwärts bringen wollen. Den vielfach nicht minder bzw. teils sogar extrem stark und positiv engagierten Mitgliedern der Fanabteilung genauso. Man hat lediglich unterschiedliche Auffassungen über den besten Weg, und genau das ist die von Leuten wie Dir so gerne angeführte Demokratie im Verein. Und zur Demokratie gehört auch Streitkultur, sie sollte nur einigermaßen fair bleiben, und Kompromissfähigkeit sowie das Zurückstellen persönlicher Eitelkeiten samt Akzeptierens von Mehrheitsentscheidungen.
Und genau da hapert es hier wie da gewaltig, somit sollte sich jeder mal an seine eigene Nase fassen!
Konkret zur Satzungsdiskussion:
Die große Aufregung verstehe ich ehrlich gesagt gar nicht. Der gesamte Profifußball ist ohnehin ausgegliedert, wer also glaubt (wie in verschiedenen Foren zu lesen), die Nicht-Verabschiedung der Satzung schrecke Investoren für die KGaA oder gar Spieler ab, hat da offenbar etwas nicht begriffen. Die alte Satzung wurde jetzt so angepasst, dass die Gemeinnützigkeit nicht gefährdet ist, damit dürfte das Finanzamt zufrieden sein und somit ist erst einmal alles in trockenen Tüchern.
Der „offizielle“ Satzungsentwurf und der eines bekanntermaßen kritischen Mitglieds lagen eigentlich gar nicht so weit auseinander. Auch das belegt doch, dass ein Konsensentwurf hätte möglich sein sollen. Ist bloß schwierig, wenn der Vertreter einer wichtigen Abteilung in der Kommission sich nicht gewürdigt sieht und dann hinschmeißt, und folglich die Fanabteilung komplett außen vor gelassen wird. Und spätestens mit der Info-Veranstaltung für die Fußball-Abteilung (VIP-Raum, Freibier und Freikarten fürs Testspiel gegen Werder, wenn ich es richtig mitbekommen habe), gab es endgültig Mitglieder 1. und 2. Klasse. Wer erwartet da dann von den in die untere Klasse degradierten Mitgliedern noch Zustimmung, ob mit oder ohne Einfluss besonders kritischer Köpfe unter ihnen? Und warum setzt man eine Sitzung auf einem Abend in der Woche an, wenn vor wenigen Jahren erst ein Mitglied für einen anderslautenden Antrag sogar eine Mehrheit bekam? Und ist dann unzufrieden, dass es zu lange dauert, nur um sich erneut auf einen Montag Abend zu vertagen?
Fingerspitzengefühl sieht für mich anders aus, das betrifft ganz klar beide Seiten, obwohl die letzten Sätze vorwiegend zu Lasten der Vereinsführung gingen. Aber hier müssen wir leider auch konstatieren: Nach einem von der Basis entfremdeten Interimspräsi (Lehker) kam der als der große Integrator mit reichlich Vorschuss-Lorbeeren begrüßte Kröger, der mit den unsäglichen Briefen den Verein nur noch weiter spaltete, und nach einem etwas undurchsichtigen und umtriebigen Interimspräsideten Ehrenberg dann die neue Mannschaft, die man vorab als bodenständig, seriös und ehrlich einschätzte – die aber fortwährend das Fingerspitzengefühl vermissen lässt, den Laden wieder zu einen (siehe oben). Und da es bei der Satzung nicht um die Abwendung einer drohenden Insolvenz ging wie bei der Ausgliederung und der unschönen Patronatserklärung (bei letzterer habe ich nur mit starken Bauchschmerzen zugestimmt), gab es auch keinen zwingenden Grund, einer nicht konsequent auf Konsens ausgelegten Satzung zuzustimmen. Und erst recht nicht, wenn psychologisch die Voraussetzungen alles andere als optimal waren (Stichwort Fingerspitzengefühl, siehe oben, aber auch andere offene Baustellen wie z.B. Fanbeauftragter).
Das Fazit sollte lauten: Erst einmal runterkommen, und dann GEMEINSAM mit ALLEN Abteilungen beraten, wie man den Karren wieder flott bekommt. Möglicherweise besser mit Moderator (ich schrieb schon mehrfach), auf jeden Fall aber mit der Bereitschaft auf eine Einigung, das heißt auch Kompromissfähigkeit, so lange dieser Kompromiss nicht ersichtlich faul ist. An dieser Bereitschaft zweifele ich bei einzelnen „Hardlinern“ an verschiedenen Stellen, aber sicher nicht bei unserem Präsidenten und auch nicht bei der Mehrheit der FA-Mitglieder. Solange man aber nicht aufeinander zugeht oder womöglich erst einmal wieder Schuldzuweisungen austauscht und diskutiert, wer den ersten Schritt zu tun hätte, kommen wir im Verein kein Stück weiter. Dabei halte ich allerdings die alte Satzung nur für ein Problem von vielen. Wenn wir die noch eine Zeit behalten, wird das wohl weder Profifußballer noch Investoren abschrecken, wohl aber die Grundstimmung rund um den Verein, und die kann letztlich auch auf dem Platz ankommen.
Ich habe fertig zu diesem Thema!
Ab sofort konzentriere ich mich gedanklich auf das spannende Nicht-Derby gegen Lotte und freue mich, an der Bremer Brücke endlich mal wieder eine ganze Halbzeitpause anstehen zu müssen, um entweder ein Bier zu holen oder „wegzubringen“ und beides entnervt sein zu lassen, weil es einfach viel zu voll ist 😉

Hoffentlich hat er jetzt wirklich fertig mit seinen ewig windelweichen ellenlangen Brabbeleien, der DurchschnittswetterimmerfrüherTPschreiber; für immer! For ever! Klappe zu! Das wär was, das wär schön. Für meine Fankultur. Wenigstens.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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