Wahre Geschichten VII: … worin noch niemand …

hieß diese WordPresspressung lange Zeit, zu erinnern an den letzten Satz im dritten Band des ‚Prinzip Hoffnung‘ von Ernst Bloch. Über Bloch und Rudi Dutschke ging mein erstes Referat im Philosophieunterricht der Oberstufe, erstmals angeboten Ende der 70er mit der Oberstufenrefom als Alternative gegen das Fach Religion; damals hieß es noch Werte und Normen. Zugleich las ich Herbert Marcuses ‚eindimensionalen Menschen‘ und den Studentenbewegungsroman ‚Heißer Sommer‘ von Uwe Timm. Und Interpreten, biographische Einführungen (SOAK, interessanter Kleinstverlag in Hannover, googlebar), viel Zeitung dazu auch. Irgendwann im Studium hatte ich das Gesamtwerk von Ernst Bloch im Regal, bei den Philosophen neben Horkheimer und Adorno das einzige. Im Ratsgymnasium nahmen wir anhand von Weischedels ‚Philosophischer Hintertreppe‘ und Vorländers (Der Vorländer, sechs Bände) Philosophiegeschichtsdurchgang mit eingeführten Originaltexten die Dinge von den Naturdenkern Thales, Anaximander, Anaximines über Sokrates, Platon, Aristoteles (Höhle Demokratie) bis zu Marx, Engels, Lenin (Dreigestirn der Kritik) mit unserem Griechisch- und Lateinlehrer in die Hand. Drei schöne Jahre hochdiskutierten Lesens.
Nachdem ich in geistiger Übereinstimmung mit dem Buch ‚Rührt Euch, Kameraden‘ aus dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt (Autor Jürgen Pomorin/Pseudonym als Krimi- und Drehbuchschreiber Leo. P. Ard, oft Grafit-Verlag) die Waffen des Feindes kennengelernt hatte (Schwanewede, G3, Truppenküche, Delmenhorst, Schützenpanzer Marder, späteren Militärattaché als Hauptmann, Handgranaten, MG 1, P 1), nahm ich Philosophie auch als Studienfach. Hauptfach aber Geschichte und auch noch Germanistik. Bloch, Marx, endlich Adorno, die ZfS (DtV-Reprint), Fritz Fischer, Bielefelder Schule, Literaturgeschichte: ein linkslastiges Lesen mit selbstgefundenem Glück bei den akademischen Lehrern (R 111c).
‚Wo soll das alles enden?‘ fragte Gerhard Seyfried im 68er-inspirierten Comic; tja, und das wußte ich damals, Ende der 80er, ja selber nicht.

Der Anfang also auch mit einem Exil-DDR-BRD-Solitär, aus der Zeit gefallen.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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