Dumm sein und Medien haben / das ist das Glück (Gottfried Benn o.s.ä.)

Im Der Freitag habe ich über zwei Jahrzehnte vielmals geschrieben. Als Jakob Augstein ihn übernommen hatte und meine Redakteure weg waren, nicht mehr. In dem Jahr habe ich auch mein letztes freies Lektorat für einen Verlag gemacht. In der bloß rückschrittlich linksliberal gewordenen Wochenzeitung des Spiegelkolumnenbetreibers und Teileigners pendelte ich aus als Premieren-Teilnehmer der sog. Community, was damals ein ziemlich neues (und gutes) Ding war. Auch die wenigen Leute, mit denen man da gerne Argumente tauschte, sind schon lange nicht mehr dabei. Wie ich. – Nun lese ich auf Facebook seit kurzem häufiger mal wieder rein, in den Der Freitag, bei den Autoren, bei den Schreibern der neuen jungen Community. Es ist zum Heulen. Immer. Obwohl – oder gerade weil? – viele jetzt aus irgendeiner Bildungskita kommen, mit Professoren, die wie Pilse aus dem Boden schießen – inzwischen ’studiert‘ ja wohl jede/r sein Pils – kurz: dreht sich der von oben geworfene Dreck des Mainstreams durch die Kommentare. Mit Studium oder gerade mittendrin. Man kann gar nicht soviel zitieren oder screenshotten, wie man Dummheit aufzeigen will. Wirklich lesen tut eh niemand mehr, und die meisten studieren wohl BWL als selbstorgastische Selbstverdummung (sic). Studieren war früher, ganz früher, den (auch im Geiste) Klimawandel nach rechts oben mit 3°/pro Jahr machen „wir“ als post-politische Neospießerjugend ganz linksliberal und auch weiterhin sozialdemokratisch. –
Als Kommunist: War Optimist, bin Pessimist. Geworden. Denn historisch ist das Wesen des Menschen. Werden, jedoch auch vergehen. Aber historisch scheint mir heute schon: die Menschheit auf dem zerstörten Planeten. Durch Grüne mit! Sowieso.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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5 Antworten zu Dumm sein und Medien haben / das ist das Glück (Gottfried Benn o.s.ä.)

  1. ausgesucht schreibt:

    … den kleinen Finger ganz vorsicht auf die Wunde gelegt, was? Das allerdings bis zu Ellenbogen.

    • rainer kühn schreibt:

      Bitte etwas drücken, damit Dein Fragezeichen konkreter für eine Antwort wird.
      Im Titel jedenfalls muß man nur ‚Medien‘ durch ‚Arbeit‘ ersetzen, dann hat man den originalen Gottfried Benn. Auch so ein ‚Quer’denker, aber immerhin noch ein Denker – und famoser Lyriker. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      … und auch noch ein guter Arzt – irgendwer in meiner Verwandtschaft war sein Patient (die Welt ist wirklich klein).

    • rainer kühn schreibt:

      Ja, der Benn, schon damals Multitasking.- Na, Du weißt die Richtung, den Niedergang des Freitag – aus meiner Perspektive – und die Chamäleonkolumnen des nicht mehr jungen Augstein. In meinem Blog auch was zu googlen. Grüße durch die Nacht!

    • ausgesucht schreibt:

      Auch Dir beste Grüße!

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