Like a Sledgehammer

In der Person Hillary Clintons hat Donald Trump das politische Establishment der USA einfach von der Bühne gefegt. Die Amerikaner haben an der Wahlurne die politische Revolution geprobt. Sie erschüttert nicht nur die USA. Sie erschüttert die Welt. Donald Trumps Anti-Establishment-Wahlkampf hat allerdings auch deshalb so gut verfangen, weil er in Hillary Clinton genau die Exponentin jener alten Eliten fand, die er für die Ängste und Befürchtungen, für die Wut und den Hass seiner Klientel verantwortlich machen konnte. – Thilo Kößler, Deutschlandfunk

Statt sich in Spekulationen über einen Kurs zu ergehen, den Trump selbst vermutlich nicht angeben könnte, könnte es zu diesem Zeitpunkt nützlich sein, sich die Widersprüchlichkeit seiner vollmundigen Ansagen vor Augen zu führen. Im schier endlos langen Wahlkampf hat Trump in außenpolitischen Fragen eine der Grundregeln der Logik außer Kraft gesetzt, die für eine vernünftige Unterhaltung unabdingbar sind: Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch besagt, dass nicht eine Aussage und ihr Gegenteil gleichermaßen zutreffen können. In Trumps Welt gilt das nicht. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen: Trump kann an einem Tag erklären, dass die Zeit militärischer Interventionen im Ausland vorüber sei, um am nächsten Tag anzukündigen, zigtausende Soldaten nach Syrien schicken zu wollen. Er kann darüber sinnieren, dass die Erde ein sichererer Ort wäre, wenn Japan, Saudi-Arabien und andere Staaten Atomwaffen entwickelten, um sodann zu behaupten, das nie gesagt zu haben und davor zu warnen, dass „the Nuclear“ die größte Gefahr auf der Welt sei. – Florian Markl, Jungle World

Da ist allen voran die AfD, die in Person ihrer Vorsitzenden Frauke Petry erklärte: „Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa, denn Trump hat tatsächlich die Karten zur politischen Zeitenwende in der Hand.“ Da ist die Linke, deren saarländischer Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine auf seiner Facebook-Seite zumindest Verständnis für Trumps Wähler erkennen ließ: „Ganz offensichtlich hatten viele die Schnauze voll von einer gekauften Politik, die Banken und Konzerne bedient.“ – Merkus Decker, Frankfurter Rundschau

Es hilft wenig, über den schurkischen Demagogen und schrillen Narziss zu klagen, Trump ist die Inkarnation einer Demokratie der unbegrenzten Möglichkeiten, die sich lieber in den Untergang reißen lässt, als nach den Ursachen zu forschen, die dazu führen, dass es soweit kommt. Amerika hat nach dieser Wahl endgültig als großer Moralprediger ausgesorgt, der sich zum globalen Demokratieexport berufen fühlt, es hat einen gehörigen Dämpfer erlitten. Die Republikanische Partei war weder fähig noch bereit, nicht zuletzt um ihrer selbst willen, soviel Verantwortung für die Nation zu übernehmen, dass sie dazu imstande gewesen wäre, Donald Trump zu verhindern. – Lutz Herden, Der Freitag

Putin in Russland, in Europa mehrere Regionaldespoten und nun Trumps Triumph in den USA – wir erleben die Ära der Autoritären. Nun kann der starke Mann zeigen, was er drauf hat. Ich fürchte, das wird weiterhin vor allem spalten und polarisieren sein. Die Schäden werden später andere reparieren müssen. Und: Bislang waren die USA in Europa insbesondere bei den Rechten höchst unbeliebt. Das dürfte sich nach dem Triumph für Trump nun ändern. Viele Rechtsaußen feiern dessen Sieg bereits als Beginn eines neuen Zeitalters. – Patrick Gensing, tagesschau.de

Wie Künstler, Museen, Galerien und Kuratoren in den sozialen Netzwerken auf das Wahlergebnis reagieren, steht hier – Monopol Magazin

Und Titanic hat auch Stimmen gefangen.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu Like a Sledgehammer

  1. Manfred Voita schreibt:

    Wer alles verspricht, der muss dafür sorgen, dass es Schuldige gibt, wenn er seine Versprechungen nicht einhalten kann. Trump hat schon frühzeitig klar gemacht, wen er dafür auserkoren hat. Europäer, Asiaten, Moslems, Mexikaner innerhalb und außerhalb der USA.

    • rainer kühn schreibt:

      Ja, da kann ich blank unterschreiben. – Die allierte Sieger- und meine Orientierungsmacht ist für mich komplett verloren gegangen. Da können selbst Bands wie Korn oder das Herkunftsmemorial von Frank Zappa nix mehr machen. Ker Ker Ker.

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