Talente, Tore, Fußballblogger

phoenix

Ben Redelings (scudettoblog) und Klaus Weber in einer Über-den-Tellerrand-Sendung (phoenix.de) zur inzwischen unschönsten Eventsache der Welt, wenn man den Ursprung der ehemals auch nie realen Mythologie von den 11Freunden reflektiert. – Mythos Bremer Brücke? Die einzige runde Gruppe, der ich noch aktiv angehöre. Allerdings nur bei Flutlicht. – Von Redelings besitze ich sein Buch ‚Fußball ist nicht das wichtigste im Leben … Es ist das einzige‘. Natürlich aus dem gelobten VERLAG DIE WERKSTATT aus dem vielfältigen Göttingen. VfL Osnabrück vs Göttingen 05? War ich dabei!

Die Stadien sind proppevoll, Mitgliederzahlen bei Traditionsclubs steigen rapide an, die Ablösen werden immer schwindelerregender, das Fernsehen zahlt immer mehr für die Übertragungen – keine Frage die Bundesliga boomt wie nie zuvor. – RB Leipzig macht nun anders als Vorläufer wie „SAP Hoffenheim“ einen wirklichen Schnitt, nämlich einen realkapitalistischen. Nun geht es nicht mehr, wie die meisten tapferen Fans trotz aller Offensichtlichkeit noch glauben, sich genau auf die Tradition berufen zu können, die einen „Verein“ wie Red Bull aus der Büchse der Traditionsvereine und ihres Verbandes ließ; nun gilt es, die Tradition sehr sehr kritisch zu befragen, die eben genau mit der Einführung der vielgerühmten Bundesliga selbst unterlaufen wurde. Aus Schwarzgeld der Regionalligen wurde in der ersten globalen die bis heuer eben nur ideell überragenden vereinsstatutlichen Saison endlich – endlich? – kapitalistische Professionalität. –
Mein alter Nachbar und erster Bundesligagoalgetter „Lattenschmidt“ kann davon erzählen, aus dem Keller von Gründungsmitglied Preußen 06, dann HSV und S04. Man mußte den ersten Abwanderungen der Stars etwa nach Italien und Spanien etwas entgegensetzen: eben die professionelle Bundesliga. Und damit nahm samt dem Skandal (Canellas!) der kapitale medien- und werbungs- (Jägermeister/London) verwurstete Fußball seinen Lauf, den Marketing-Manager-Meister Hoeneß neuzeitlich als eine AG gegen die verbliebenen Fans schoß. Aber am FC Bayern sieht man beispielhaft, daß Fußballfans selbst in ärgsten Übervorteilungen keine Kapitalismuskritiker werden, sondern ganz anders den Erfolg als lokales/regionales Volk feiern, gegen lokale/regionale Supporter von anderswo, gegen andere Ballinteressierte überhaupt. Doppelt dämlich gemacht hat der Fußball die Mitläufer der eh verhaßten falschen Gesellschaft. Derby mit Kloppe: vom Sub-Proletariat ist nichts anderes mehr zu erwarten. Mit gleichem Interesse gegen die Gleichen: So etwa kann man die Dummheit der Gesamtheit des Fantums zusammenfassen. Die Regierung lacht!
Trikotfarben könnten auf Schwarz-Weiß reduziert werden, Fanfarben auch; so würde der Antagonismus als ehemals schöner Nebensachenwiderspruch deutlich. Und als Dauergesang der ewig Runden: *Kämpfen & siegen*. Für die Vereinsoberen, für die Verbände, für die Marketingabteilungen vor allem. Ein Tor wer meint, es wäre nur samstags Spieltag! Der geht heute schon von Freitagabend bis Montagabend. Und irgendwann endet das Spiel bei 24/7.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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