Einfach um zu zeigen: „Ich widerspreche.“

Innerhalb der letzten vier Wochen folgten mir als Follower Trolle und Bots und Algorhythmen. Großheim z.B., oder lifehag. Völlig sinnfreie Likes auch. Caro und Adi und Erzlinde. Ein Foodblog sogar, weil ich wohl einmal Mahlzeit oder Prost geschrieben habe, und auch der Autoversicherungswechsel ist dabei, obwohl ich den Beitrag zu meinem schönen Ford Granada später gelöscht habe. Aber die Anspielung auf den Roman Die Reise von Bernward Vesper nagelt sich FeineArbeiten an die Wand, wegen eines annoncierten Karibikurlaubs wohl, und die Strätling will auch was verdienen. Alles roboterhafte Arschgeigen des Internetneokapitalismus.

„Don’t feed the trolls“ – so lautet eine alte Weisheit aus den frühen Internettagen. Im Grundsatz hat sie auch heute noch Relevanz. Doch angesichts einer um sich greifenden Polarisierung in der digitalen Welt hat das Nichtreagieren auf Trolle einen enormen Nachteil: Der fehlende Widerspruch auf ihre Parolen oder auf blank geduldete Gegenwart produziert ein verzerrtes Gesamtbild. So werden aus Minderheitsmeinungen für den flüchtigen äußeren Beobachter scheinbare Mehrheitsmeinungen. Bots, Trolle aus Fleisch und Blut (teilweise mit mehreren Accounts) sowie Sympathisanten und Mitläufer agieren in gemeinsamer Mission und schaffen es teilweise, mit fragwürdigen Standpunkten, Desinformation und der Verbreitung falscher Fakten alle moderaten Anwendergruppen zu übertönen. Das umdrehen. Daß ahumane Roboter nicht geduldet werden, allein und mit Kußhand nur der Terminator 2, und nur dieser T-800. Es geht gar nicht darum, ein langes Streitgespräch zu führen oder argumentativ zu brillieren. Es genügt, einmal kurz den Inhalt eines Troll-Kommentars mit einem konträren Fakt, einer kritischen Rückfrage oder einer satirischen Bemerkung in Frage zu stellen.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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