Wieder im Alltag angekommen: Sonntagsfrühstück

Verständnis ist in Deutschland traditionell eine Sache der Richtung: Für rechts ist immer mehr Verständnis da als für links. Das war schon in der Weimarer Republik so, wo kommunistische Mörder schnurstracks im Zuchthaus oder auf dem Schafott landeten, während rechte Mörder (deren Zahl, nebenbei, erheblich höher war) nach ein paar Wochen U-Haft wieder die Saalschlacht anführen durften. Desgleichen gibt es hügelweise Literatur zu der Frage, wie der gemeine deutsche Mann bloß dazu kam, Juden zu erschießen, während der einzige Grund für Bautzen, Mauer und Schießbefehl der Bolschewisten Bosheit war. Gewalt von rechts ist schlimm, kann (und wird) aber erklärt werden – die Arbeitslosigkeit, die Langeweile! –, Gewalt von links ist altböser Linksextremismus, Punkt.

Und den alten Saalschlachten entsprechen heute die Brandanschläge, Richtung eindeutig bestimmbar: von rechts. Die Toleranz von Politik und Mehrheitsgesellschaft ist unerträglich. Dieser elende Extremismus der Mitte.
(Vgl. Extremismus der Mitte. Vom rechten Verständnis deutscher Nation, hg. von Hans-Martin Lohmann, Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1994. Oder Kurt Lenk, Rechts, wo die Mitte ist. Studien zur Ideologie: Rechtsextremismus, Nationalsozialismus, Konservatismus, Baden-Baden: Nomos-Verlags-Gesellschaft 1994)
DiagrammDerFreitag

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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Eine Antwort zu Wieder im Alltag angekommen: Sonntagsfrühstück

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