Wichtig ist auffem Platz: Spieltag mal anders

Seit 15 Jahren sind in den Stadien der ersten und zweiten Liga allerdings die Ultras die zahlenmäßig größte Gruppe in den Kurven. Seither sind offen rassistische Äußerungen in fast allen Szenen tabu – eine Haltung, die zuletzt auch der DFB würdigte, als er 2013 und 2014 Ultragruppen aus Nürnberg und München mit dem »Julius-Hirsch-Preis« auszeichnete. +++
Am vergangenen Wochenende hatten rechtsgerichtete Bremer Hooligans Mitglieder einer Ultragruppe des SV Werder angegriffen. Für den Bremer Ultra Lars P. (Name geändert) steht zweifelsfrei fest, warum seine Kollegen im Anschluss an das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV attackiert wurden. »Aus politischen Gründen.« Schließlich habe sich die Bremer Ultraszene in den vergangenen Jahren immer wieder eindeutig gegen Rassismus und Ausgrenzung positioniert – zum Ärger vieler Werder-Hooligans, die zum Teil seit Jahrzehnten Mitglieder der rechten Szene sind. Am Sonntag waren beide Gruppen vor einer Kneipe in Stadionnähe aufeinandergetroffen. Der Angriff sei von »Mitgliedern der Hooliganszene ausgelöst« worden, sagt auch die Polizei.
+++ In Dresden waren Mitte April zahlreiche Hools im Publikum und im Ordnungsdienst, als der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders auf einer Pegida-Versammlung sprach. Noch eindeutiger ist die Lage bei Legida in Leipzig, wo nach Angaben des Innenministeriums 300 Hooligans mitmarschieren. Am Mittwoch leitete der 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den Versammlungsleiter der Legida, Herrn Silvio Rösler, straf- und zivilrechtliche Schritte ein und sprach ein Hausverbot gegen ihn aus. Rösler hatte am vergangenen Montag nach einer Kundgebung der »Legida-Bewegung« ausgerufen, dass »Sportfreunde des 1. FC Lokomotive« den Abmarsch der Teilnehmer vom Leuschnerplatz bis zum Hauptbahnhof begleiten und schützen würden. »Der Verein möchte sich mit Vehemenz dagegen wehren, dass er als Unterstützer oder Befürworter einer als rechtspopulistisch angesehenen Gruppierung erwähnt wird«, teilte Lok Leipzig mit. Bei Cegida in Chemnitz mischte die Hoolgruppe »NS-Boys« mit. Auch in Düsseldorf, Braunschweig und Karlsruhe stehen derzeit bei den Mini-Demos Hools an vorderster Front. +++

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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