Glaubenstreu bis ins Paradies: die radikalen Katholen

Christiane Florin, Chefin der Zeit-Beilage Christ und Welt, hat Emails bekommen: „Sie kotzen mich an“, „Meinungsdiktatorin“, „Himmlerfresse“. Das sind noch die harmloseren Antworten. Sie hatte in einem Artikel erklärt, warum die Redaktion eine Anzeige des katholischen Hilfswerks „Kirche und Not“ abgelehnt hat: In der Anzeige lautete ein Punkt „Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“. Gefährliches Pegida-Vokabular, fanden Florin und ihre Redakteure. Um sich gegen die Unflätigkeiten zu wehren, hat die Christ&Welt zu einem radikalen Mittel gegriffen: Sie hat mit den Klarnamen der Absender den deutsch-katholichen Dreck veröffentlicht. Manche waren regelrecht stolz darauf, mit ihrer geistigen Absenz veröffentlicht zu werden.

Manchmal schicken diese Enttäuscht-Empörten kirchenkritische Artikel, die Katholiken geschrieben haben, auch gleich ans Staatssekretariat im Vatikan, nach dem Motto: Guckt, diese Katholiken sind nicht glaubenstreu, das ist Häresie, was die schreiben. Es gibt sicher auch am linken Rand des politischen Spektrums Diffamierungen, aber in der katholischen Kirche finden Sie diesen denunziatorischen Gestus auf der rechten Seite.

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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