Der Sport & der Fußball sowieso bleiben politikbefreit . . . die heilige Illusion einer unbefleckten Leibesbetätigung

Es ist eine Eigenwelt, die sich der Sport da gebaut hat. Worüber man sich freut, hat mit der Gesellschaft nichts zu tun, worüber man trauert, auch nicht. Die Eigenwelt Sport wird wacker verteidigt – von Verbänden wie dem DFB oder der Fifa, von Fans und Journalisten: Wenn ein Stadionsprecher irgendeinen Bürgermeister begrüßt, gibt es regelmäßig Pfiffe von den Fans. Wenn Nazis auf den Rängen gesichtet werden, wird von den Klubs und den sie nachäffenden Sportjournalisten gesagt: Das hat mit Fußball nichts zu tun, das sind nur sogenannte Fans, das sind Bilder, die wir hier nicht sehen wollen. Und DFB und Fifa untersagen konsequent alles, was irgendwie mit Politik zu tun haben könnte.
Als ob der Fußball mit seinen Vereinen, seinen Fans, seinen Regeln, ein Himmelsgeschenk sei, als ob der Umstand, dass jeder Fußball spielen darf, nicht erst erkämpft werden musste. Bis heute drückt sich alles, was diese Gesellschaft gut oder schlecht macht, auch im Sport aus: wie mit Homosexualität umgegangen wird, wie Männer und Frauen miteinander leben, dass Migranten teilhaben können, wie angebliche Sicherheitstechnologie zur Kontrolle öffentlicher Räume eingesetzt wird und wie Menschen mit anderer Hautfarbe wahlweise geschmäht oder respektiert werden. All das steckt im Sport.

sp

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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