Trampen weg vom Derbygegner

AlTRAMPs er sich aufmachte, die Bremer Brücke zu ertrampen und den ehemals Rudi-Bommerschen SV Wehen zu Null (0) Punkten und (!) Toren zu schreien, war es sonnige 14 Uhr in der gummiadlerumflogenen Stadt. Mit dem Radl also hin zur bewährten Westfalentanke an der Steinfurter Straße. Halb drei war dort der Daumen wie in den guten alten Zeiten oben, um 16 Uhr dann aber nicht mehr. Sage und schreibe 23 Automobilisten mit OS-Kennzeichen (ein ganzer Kader!) waren in 90 (!!!) Minuten vorbeigefahren, zwei davon mit riesigen VfL-Aufklebern an der Heckscheibe, wie der des Trampens willige Lila-Weiß-Fan im betrübten Hinterhergucken samt seinen hinterhergeschickten zweifarbigen Verachtungspfeilen erkennen konnte. Auch markante vierrädrige Umweltschädiger aus HB, HH, KI und DEL – die kamen ja in Frage – guckten am am Rucksack rausgehängten VfL-Banner vorbei. Was ist bloß geblieben von der eh fiktiven Solidarität des allgemeinen ‚SportClubs Nord‘? – – –
Normal ist das nicht, dachte der Tramper sich (mit dem schon von Adorno gerne postponierten Reflexivpronomen, was [un]bekanntlich zuerst vom Frankfurter Eintracht-Fan & -Dichter E. Henscheid vermerkt wurde, wesentlich zu keinerlei weiteren Befugnis). „Was tun?“ – die alte revolutionäre Frage stand im von G. Netzer gerne durch eine weite Flanke in die Offensive überbrückten Raum. Einmal noch dribbeln, sagte Schorsch Volkert dunnemals zu Ente Lippens, sprach der des Trampens müde in sich hineinmurmelnd zu sich, bedenkend, daß normalerweise dieser sein Abfahrtsstandort, sein Standpunkt des lilaweißen Linksaußens die sofortige Mitnahme oder doch nur eine Aufbau-Maximum-Dauer von zwanzig abgezählten Minuten für einen AbtranSPORT in den aktuellen zu einer Arena degenerierten Mythos an der Scharnhorststraße seiner Gebürtlichkeit bewirkt hatte. Immer.
Schön war für ihn, der nun gerade diese wenigen Zeilen schrieb, als wenigstens aus dem Beifahrerfenster eines MS-gekennzeichneten Fahrzeugs ihm der Ruf entgegenschall: „Scheiß VfL-Osnabrück-Fan!“ – Und insofern endet diese Begebenheit mit eiVfLlauschangriffnem gerne berichteten Wiedererkennungsmerkmal. Wer einen Namen hat, soll ihn auch nennen, ja ausrufen: besonders in der Diaspora (i.e. eben nicht: Exil!).
Und nun? Was tun? Lausch An Griff.

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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