3. Advent: Ohne Eigenschaften

Jörg Sundermeier: Der österreichische Schriftsteller Robert Musil machte sich unsterblich, indem er einen Roman schrieb, den wahrscheinlich nicht einmal er hätte vollenden können. »Der Mann ohne Eigenschaften«, dessen erster Teilband 1930 erschien, geht auf Vorarbeiten zurück, die bis ins Jahr 1898 reichen. Musil starb 1942; die bis dahin entstandenen Kapitel und Skizzen lassen vermuten, dass der Autor noch nicht einmal die Hälfte seines Stoffes verarbeitet hatte. Über den von ihm geplanten Handlungsverlauf kann nur spekuliert werden. Musil hatte über seinen Roman gesagt, dass er »kein Bekenntnis, sondern eine Satire« sei, ein anderes Mal hatte er erklärt: »Es ist keine Satire, sondern eine positive Konstruktion.« (Auch anders: In Herbert Krafts brillant geschriebenem Buch Musil wird die Auseinandersetzung mit diesem Jahrhundertschriftsteller auf eine neue Stufe gestellt. Prägnant und luzide zugleich nimmt Kraft dem Leser die Angst vor der Größe und macht das Werk für ganz normal lesende Leser verständlich: als Porträt eines Lebens, das von der Passion des Schreibens erfüllt war. München: Hanser 2003)

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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