against selfmordern football

„Bayern München ist ein größeres Problem
für Gerechtigkeit im europäischen Fußball
als Paris Saint-Germain.“

Über spanische, bayrische und andere Kommerzverhältnisse im europäischen Fußball. Langer Text, aber mit Kurzweil. Hier nur ein kleiner Auszug zur (un)sportlichen Amerikanierung

thenextbrykthing.com ( …) der Kollaps des Kirch-Imperiums Anfang des Jahrtausends und die dadurch entstandenen jahrelangen Wettbewerbsnachteile deutscher Clubs im europäischen Wettbewerb verhinderten für fast ein Jahrzehnt, dass Bundesliga-Clubs in Europa ganz oben mitspielten. Der FC Bayern ist jedoch seit der Ära Louis van Gaals wieder mehr oder minder auf Augenhöhe mit den Besten und erreichte drei der letzten vier Finals der Champions League. Das ist (neben guter Leistungen auf dem Rasen und im Management) auch den gigantischen Einnahmen zu verdanken, die die Münchner jedes Jahr durch ihre (bis auf 2007/08) jährlich garantierten CL-Teilnahmen erhalten.
Neben den großzügigen Preisgeldern der UEFA (acht Millionen Euro Antrittsgeld für den Wettbewerb, eine Million für jeden Sieg, 500.000 Euro für jedes Unentschieden, insgesamt bis zu 35 Millionen für den Sieger) ist es vor allem das Geld aus dem sogenannten „Market Pool“, das den Münchnern jedes Jahr große Summen in die Kassen spült. Dieser Anteil der Einnahmen richtet sich nach mehreren Faktoren: Die Gesamtgröße des an Bundesligisten ausgeschütteten Geldes bemisst sich an der Größe des deutschen Fernsehmarktes, des größten und lukrativsten in Europa. Bundesliga-Clubs erhalten in der Champions League insgesamt so schon einmal mehr Geld als Vertreter anderer Verbände. Innerhalb der deutschen Teilnehmer wird das Geld wiederum nach einem Schlüssel verteilt, der sich vor allem anhand der Platzierung in der Bundesliga des Vorjahres und dem Erfolg in der aktuellen Champions League-Saison berechnet. Der Meister bekommt mehr Geld als der Vizemeister, weshalb Borussia Dortmund in der Saison 2012/13 mehr TV-Einnahmen hatte als Bayern. Das ist neu für die Münchner, die bisher immer darauf zählen konnten, dass sie international deutlich weiter kamen als die nationale Konkurrenz. Genau dieser relative Erfolg im Vergleich zu den anderen Bundesligisten erhöht nämlich den Anteil für den erfolgreichsten Club immens.
Das Auftauchen eines zweiten deutschen Clubs in der europäischen Spitze ist also etwas, das Bayern nicht gefallen kann, ökonomisch gesehen. Die manchmal von Bayern-Anhängern geäußerte Anmaßung, „der deutsche Fußball“ solle „dankbar sein“, dass der FCB ihn so gut international „vertrete“, müsste man eigentlich auf den Kopf stellen. Der FC Bayern musste bisher sehr dankbar sein, dass er als einziger Bundesligist konkurrenzfähig war in der Champions League. Die aggressive Personal- und Investitionspolitik der letzten beiden Jahre ist so weniger psychologisch zu erklären („sie wurden durch den Erfolg des BVB angespornt“), sondern hat handfeste materielle Interessen zur Grundlage. Es kostet den FC Bayern viel Geld, wenn ein anderer Club auf Augenhöhe oder auch nur auf Brusthöhe mit ihnen ankommt. Genau das sind dann wohl auch die „spanischen Verhältnisse“, die Uli Hoeneß Sorgen machten. – – – – – Wer hat, dem wird gegeben – – – – – Lösen wir uns etwas von der Interessenlage des FC Bayern, dann kann man sich fragen, wieso eigentlich die große Masse der Fußballfans in Europa (und der Welt) ein Verteilungsmodell akzeptiert, wie es im europäischen Profifußball praktiziert wird.
Bayern München gibt für Spielergehälter mehr als doppelt so viel Geld aus wie Borussia Dortmund, Manchester City mehr als doppelt so viel wie Tottenham Hotspur. Wenn dieses Geld nicht von inkompetenten Stümpern für überteuerte Verträge verschleudert wird, dann ist es angesichts solcher Verhältnisse extrem unwahrscheinlich, dass die jeweils weniger ausgebenden Clubs über eine ganze Saison hinweg mehr Punkte sammeln können. – Weiter und von Anfang an lesen: (…)

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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