Gute Kooperation – schlechter Derby-Journalismus

Über „Gute Kooperation hinter den Kulissen“ zwischen den Preußen und dem VfL bezüglich des Sicherheitskonzepts  zum Derby am Samstag schreibt Jürgen Beckgerd in den Westfälischen Nachrichten.
„Auf Einladung des SC Preußen waren das VfL-Sicherheitsteam, die Fan-Beauftragten, Vertreter des Fan-Verbandes und des Osnabrücker Ordnungsdienstes dabei, schilderte Preußen-Sicherheitsbeauftragter Roland Böckmann. Rund eine Stunde lang haben die Vertreter beider Vereine zusammengesessen. ‚Die Clubs arbeiten auf diesem Gebiet sehr gut zusammen‘, erläuterte Böckmann: ‚Beide Vereine tun alles, um beruhigend auf die Situation einzuwirken‘.
DANN ABER DER JOUNALIST mit einer Undifferenziertheit, die ich nicht entschuldigen möchte: „Böckmann muss erst gar nicht an den Osnabrücker Böllerwurf vor eineinhalb Jahren, bei dem 33 Personen verletzt wurden, erinnern, um die Partie als ‚Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko‘ zu charakterisieren.“
Wer hier Öl ins Feuer gießt mit einer ver-schweigsam münster-parteiischen Fehlschreibung, ist allein der Journalist: „Osnabrücker Böllerwurf“? Was soll das heißen? Böllerwurf der Osnabrücker etwa? Oder Böllerwurf zu Osnabrück? Gibt es keine Täter mehr zu nennen? Ist das Urteil schon vergessen und die ganze Sache durch Juri so mit einer knappen journalistischen Fehlleistung nach Osnabrück verschoben? Osnabrücker Böllerwurf.
ES WAR EINE SPLITTERBOMBE eines bekannten SCP-Fans aus einer bekannten Fan-Kurve des SCP-Stadions, – in der osnatelARENA *als Gast* kriminell gezündet, es sollten gezielt genau Osnabrücker Fans in der Westkurve, Sicherheitskräfte und Unbeteiligte getroffen werden. Das Urteil ist vorhanden, auch bei den WN. Aber eine Journaille, die direkt vor dem Derby, meinetwegen auch unbewußt oder/und ohne Kenntnis so formuliert wie in diesem Artikel, die fördert eben die ‚Sicherheitsrisiken‘ für solche Spiele. Das ist sprachliche Konterrevolution. Oder (berechtigte?) Angst vor der Heimat.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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4 Antworten zu Gute Kooperation – schlechter Derby-Journalismus

  1. The Violet White Football Sofa schreibt:

    Eine Bestätigung aus dem lila-weißen Treffpunkt

    Alf_ hat ebenfalls mitgelesen hat: Artikel 579878 Dienstag, 26. Februar 2013 22:04
    Auch, wenn es vielleicht nur eine nicht ganz klare Äußerung war: Auch so können die Medien manipulieren:
    „Böckmann muss erst gar nicht an den Osnabrücker Böllerwurf vor eineinhalb Jahren, bei dem 33 Personen verletzt wurden, erinnern, um die Partie als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ zu charakterisieren.“
    mit Link aus der verbotenen Stadt

    Und darauf EAiA: „Es gibt so einige Bildergalerien, in denen das Bild des „Yuri Libero“-Transparents enthalten ist. Letztmalig beim Heimspiel gegen den HFC vor gerade mal zehn Tagen. Vielleicht hat Herr Böckmann ja leichte Probleme mit der Realitätswahrnehmung.“

    Und Sc4n: „@EAiA: man muss einfach nur bei den M***ter4Life videos auf youtube gucken, dort wird die Kurve, in der besagtes Banner hält, auch jedes Spiel gefilmt. – Man könnte ja mal eine Collage mit Screenshots sämtlicher Spiele erstellen …“

    Wird prompt gemacht: http://www.abload.de/image.php?img=scheissmsvvrp1.png

    Concer Dienstag, 26. Februar 2013 22:54: „Transparente und Plakate, die „Freiheit“ für den zu fünf Jahren Haft verurteilten Juri C. fordern, sind auch dem SCP ein Dorn um Auge. „Wenn wir solche Transparente finden, kassieren wir sie ein“, sagt Roland Böckmann, Sicherheitsbeauftragter des scp.“

    Ich lach mich nur noch weg.
    Gut, da steht ja auch nicht „Freiheit“ sondern liberto…
    NOZ bitte übernehmen sie

    EAiA 23:04: http://1906.ms/index.php/fotos/13/muenster-rostock-52.html
    Bild 2
    Auf Deutsch:
    „Die Zeit vergeht. Die Freundschaft bleibt. Alles Gute zum Geburtstag, Juri“
    (Heimspiel SCP-Hansa Rostock, 08.08.2012)
    Nichts gewusst, Herr Böckmann?

    früher-allwetterfan-jetzt-durchschnittsfan Artikel 579906 Dienstag, 26. Februar 2013 23:13
    Nach meinem Geschmack eines der besten Wollitz-Interviews seit langer Zeit. Schön differenziert zwischen dem, was für Fans wichtig ist, was Fans besser lassen sollten, und warum ein Derby für die sportlich Beteiligsten eben nicht ganz so herausgehoben wichtig ist wie für uns Fans.
    Dazu Botschaften an uns Fans, die man einfach mal beherzigen sollte.
    Aber wer Wollitz nicht mag, mag eben auch dieses Interview nicht.

    AuswärtsStephan Artikel 579973 Mittwoch, 27. Februar 2013 15:01
    gab es möglicherweise aus dem TP an dem Artikel „Gute Kooperation hinter den Kulissen“ von Jürgen Beckgerd zum Derby nicht nur von mir eine deutliche und schriftlich geäußerte Kritik? …

    • netzberg schreibt:

      Concer schreibt noch einmal: „Kann man Roland „Rolo“ Böckmann noch schnell einen italienisch Übersetzer kaufen? Damit er auch weiß was liberta bedeutet.
      Finde ich gut.

  2. netzberg schreibt:

    Die Diskussion in meinem altem Treffpunkt zur Journaille in Münster ist insgesamt sehr gut, als Beispiel nur dieses:
    AuswärtsStephan Artikel 580096 Donnerstag, 28. Februar 2013 09:54
    Moin allerseits,
    wenn es Voll- oder Nacktkontrollen nur auf lilaweißer Seite gäbe, wäre das schon der Hammer. Insbesondere, wenn auf der anderen Seite Juri-liberia-Fahnen präsentiert würden.
    Mir geht folgender Artikel Gute Kooperation hinter den Kulissen nach wie vor quer runter.
    Vom „… Böllerwurf“ zu schreiben finde ich falsch. Es entspricht mMn nicht der Wahrheit. Und deshalb werde ich es nicht wiederholen und immer mit Punkten schreiben!
    Der Autor sieht sich in seiner Antwort an mich im Recht und argumentiert das es nicht nur dem allgemeinen Sprachgebrauch entspreche, sondern dass es auch der Richtigkeit entspreche, mit der adverbialen Bestimmung „… Böllerwurf“ auf den Tatort hinzuweisen, um dadurch eine inhaltliche Einordnung vornehmen zu können. Von einem „münsterischen Böllerwurf“ zu sprechen ist aus seiner Sicht irreführend und falsch.
    Bin ich nicht neutral genug oder der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig? Aus meinem Sprachempfinden heraus könnte man mMn schon diskutieren, ob die Formulierung „… Böllerwurf“ einen „manipulativen“ Eindruck erweckt, oder?

    • H. Herforder schreibt:

      Wollitz geht jedenfalls unaufgeregt ins Derby. http://www.noz.de/sport/vfl-osnabrueck/news/69870771/der-vfl-osnabrueck-blickt-unaufgeregt-auf-das-derby-gegen-muenster
      Aber doch hat dieser TP-Schreiber meiner Lila-Weißen alle Wahrheit auf seiner Seite:
      Einmal_Affenfelsen_immer_Affenfelsen Artikel 580073 Mittwoch, 27. Februar 2013 23:38
      ON (Osnabrücker Nachrichten): „Die VfL-Fans sollten berücksichtigen, dass sie weder im Münsteraner Bahnhof noch am Stadion Möglichkeiten haben, Rucksäcke abzugeben bzw. zu deponieren. Zudem können sie davon ausgehen, dass am Preußen-Stadion Container zur durchaus umstrittenen Durchführung der Voll- bzw. Nacktkontrollen aufgestellt sind.“
      Mir ist vollkommen schleierhaft, warum dies im PreXXenstadion ausgerechnet den Gästefans angedroht wird.
      Ich halte folgendes fest:
      1. Der SCP toleriert bereits die gesamte Saison, dass die Unterstützer des Sprengstoffattentäters Juri C., der von einem ordentlichen deutschen Gericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt wurde, regelmäßig mit einem Transparent dessen sofortige Freilassung fordern. Der Täter hatte seinerzeit 33 Menschen zum Teil schwer verletzt.
      2. Der SCP toleriert ebenso, dass zum Geburtstag des Täters beim Heimspiel gegen Hansa Rostock eine Choreo gezeigt wird.
      Und diese Leute wollen UNS per Nacktkontrolle überprüfen lassen?
      Roland Böckmann, Sicherheitsbeauftragter des SCP: zurücktreten – sofort!

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