Auch ein Notat zur Debatte um den Hindenburgplatz

Sol LeWitt platzierte einen 1,75 × 5,20 × 1,75 Meter großen schwarzen Betonblock so vor dem Schloss, dass der Blick auf das Eingangsportal versperrt wurde. In dem hinter dem Schloss gelegenen Botanischen Garten platzierte er eine weiße Pyramide, die sich in einer Linie zu Block und Eingang befand. Laut Ikonografie sind dies die Symbole von Tod und Leben. Im offiziellen Katalog zur Skulptur.Projekte firmierte dieses Werk noch als White Pyramid/Black Form, jedoch wurde der Block vom Künstler kurze Zeit später mit dem Zusatz Dedicated to the missing Jews versehen. Dieses Mahnmal widmete sich damit nicht nur den ermordeten, sondern auch den fehlenden Juden, also den ungeborenen Kindern der während der Zeit des Nationalsozialismus umgekommenen Juden. Der Platz vor dem Schloss, das heute Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität ist, sollte symbolisieren, dass diese fehlenden Menschen dort hätten studieren oder lehren können. Der Plan, diese Skulptur am selben Ort permanent aufzustellen, scheiterte am Widerstand der Universität. Heute steht sie zur Erinnerung an die dortige ehemalige jüdische Gemeinde vor dem schneeweißen Rathaus von Hamburg-Altona. Auch die Pyramide wurde abgebaut und befindet sich im Besitz der Stadt Hamburg. (wikipedia.org/wiki/Skulptur.Projekte)

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu Auch ein Notat zur Debatte um den Hindenburgplatz

  1. rainer kühn schreibt:

    Ich habe 1987 alle drei Tage etwa sechs Wochen lang die „Black Form“ – die gedankenreichste Skulptur, die je in Münster stand – gesehen. Hatte alle Persilscheine für die Wahl von vier Examenshauptfächern in der Tasche, alle ‚Fächer‘ hatten was mit dieser Skulptur zu tun. Nichts mit den feindlichen Leserbriefen in MZ und WN der ‚geborenen Münsteraner‘, der damals schon ‚altgescheiten‘ Hindenburgverehrer. Auch der OB damals, meine Uni damals: doof! – Und bis heute mehr als 17.000 Bürger, die einen Ratsentscheid zugunsten eines wenigstens absolutistischen ‚Schloßplatzes‘ nicht hinnehmen wollen. ‚Weil damals ja nicht alles schlecht war‘: und Burschenschaften wie JU diese Herrenlüge gerne vollgewickelt weitertragen. – Und die Historiker? Haben natürlich mit aktueller Politik nichts zu tun … ZK
    Vor zwei Jahren besuchte ich im Selbstversuch eine gute Zeitschrift in Hamburg-Altona, sah die Black Form dort, den schönen Platz davor und ein Museum daneben, das auch vor lauter Zuwendung bald darniederlag. – Deutschland, Deutschland ist wirklich Deutschland. Nicht nur in Münster, sondern überall.

    • H. Herforder schreibt:

      Groß! – Denk ich an So Le Witt, so auch an Richard Serras ‚Trunk – Johann Conrad Schlaun Recomposed‘, da wo gerade der Sennett seine allmähliche Grabrede als Kapitalismuskritiker hielt.

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