Pro Hindenburgplatz – Ehre wem Ehre gebührt

Die „Nationalen Sozialisten Münster“, nach Erkenntnissen des Staatsschutzes eine Gruppe von etwa zwölf Personen, gelten als treibende Kraft für die Nazi-Demonstration am Samstag in Münster. Damit wollen sie in der rechten Szene ihr Ansehen erhöhen. Unterstützt werden sie von der sogenannten „Kameradschaft Hamm“ und den „Autonomen Nationalisten Ahlen“. Seit Frühjahr 2010 verfügen die Neonazis über eine eigene Internetseite. Mehrfach wurden Personen bedroht, die sich gegen Rechts einsetzen. Im Januar wurden Drohbriefe an vermeintliche Antifaschisten und linke Zentren verschickt. – Etwa 130 Organisationen, Verbände und Gruppierungen treten den Neonazis im Aktionsbündnis „Keinen Meter den Nazis“ entgegen. Parteien, Gewerkschaften, Musiker, Sportler und Kirchengemeinden sind vertreten.
N.b.: Am 3. März öffnet der Club Courage von früh bis spät seine Türen mit aktuellen Infos rund um den Naziaufmarsch, Rechtshilfe-Tipps, warmen Getränken und Essen. –
Links in den durchaus ungleichen Protest. –
Vom 15.-18. März Leipziger Buchmesse mit dem Projekt des Verbandes Deutscher Schriftsteller «Worte gegen Rechts».

N.b. dito: Heute abend im Bürgersaal des historischen Rathauses – dort auch die Ausstellung – Diskussion zum Pro und Contra in der Straßennamendebatte zu Münster, heute auch Thema im Tagesgespräch von WDR5. Noch Fragen offen?

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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3 Antworten zu Pro Hindenburgplatz – Ehre wem Ehre gebührt

  1. rainer kühn schreibt:

    Interessant zu lesen ist ‚die rechte Ordnung‘, für den, der lesen kann:
    Auflagenbescheid (via http: // www. msl-demo. nw. am/)
    27 02 2012
    Inzwischen erreichte uns der behördliche Auflagenbescheid für die Demonstration am kommenden Samstag in Münster. Überraschungen gab es dabei nicht, es gelten die üblichen Auflagen für nationale Demonstrationen. Erwähnenswert ist nur das Verbot von Bomberjacken und Springerstiefeln.
    Deshalb an dieser Stelle unsere eigenen Auflagen.
    Eigene Auflagen der Versammlungsleitung:
    Hilfsmittel: Ausdrücklich erwünscht sind schwarze und schwarz-weiß-rote Fahnen; außerdem könnt Ihr themenbezogene Transparente und Trageschilder mitbringen.
    Sprechchöre: Die Versammlungsleitung und die Ordner werden während des Marsches darauf achten, daß seitens gewisser Versammlungsteilnehmer keine Parolen angestimmt werden, die eher in ein Fußballstadion als auf eine politische Demonstration gehören. Hier liegt es allerdings auch an jedem verantwortungsbewußten Teilnehmer selbst, mit dem entsprechenden Nachdruck darauf hinzuweisen, daß unerwünschte Parolen bzw. Gesänge zu unterlassen sind.
    Singen: Auf die rechtliche Problematik bezüglich des öffentlichen Singens von „Ein junges Volk steht auf“ wird besonders hingewiesen. Um den staatlichen Repressions-Organen keinen Vorwand zu bieten, gegen unsere Demonstration einzuschreiten, ist das Singen dieses Liedes während der Veranstaltung also zu unterlassen.
    Erscheinungsbild: In der Vergangenheit mußte vereinzelt festgestellt werden, daß einige Personen Aufnäher, Anstecker oder Bekleidung mit Aufdrucken trugen, die weniger eine politische Haltung kundgeben, sondern dazu bestimmt sind, die übrigen Teilnehmer zu diffamieren bzw. zu provozieren. Die Versammlungsleitung behält sich deswegen vor, solche Symboliken überkleben zu lassen bzw. bei Uneinsichtigkeit die betreffenden Personen von der Versammlung auszuschließen.
    Vermummung: Euer Auftreten darf nicht gegen das Vermummungsverbot verstoßen. Das bedeutet konkret, daß von Mund, Augen, Nase und Ohren jeweils mindestens drei Gesichtsmerkmale sichtbar sein müssen. Also entweder Kapuze oder Sonnenbrille oder Schal über dem Mund, aber nicht in Kombination.
    Ordner: Den Ordnern ist bezüglich der Aufstellung des Demonstrationszuges, insbesondere der Fahnen- und Bannerträger Folge zu leisten. Außerdem werden die Ordner darauf achten, daß das Rauchverbot während des Marschierens eingehalten wird.
    Ansonsten gilt: Verhaltet Euch entsprechend unserer Weltanschauung! Wir verkörpern am 3. März 2012 eine Bewegung, ein Ziel und eine Idee, von dessen Richtigkeit wir unser Volk überzeugen wollen. Dies gilt es, bei unserem Handeln stets zu bedenken.
    ________
    Liebe Linke, da kommen keine Irren,
    und der Protest ist nicht so leicht geschultert,
    schon gar nicht mit einem fast national zu nennenden Konsens
    von Gewerkschaft über Kirche bis zum Künstler.
    Die sind mit Hass dagegen.
    Ihr nicht!
    Ich aber auch.
    Eure Links-Rechts-Gleichsetzung.
    Könnt´ kotzen!

    • mentalpunker schreibt:

      Letztlich ist es die Idee des Saubermachens, des Sauberhaltens vorm Haus; keine Form der Auseinandersetzung oder gar kapitalismus- und zivilisationskritische Reflexion. Und die Verhältnismäßigkeit: 130 Gut-Gruppen gegen ein Dutzend Jugendliche, die diesen sauberen Verhältnissen hierzulande entsprungenn sind! Eine angstvolle Selbstvergewisserung insgesamt und seit Wochen. – Und wie für die Nazidemo gilt das auch für den Wunsch aller „Verantwortlichen“, den Hindenburgplatz umzubennen. Nicht, weil die Erkenntnisse über den „Tannenberghelden“ nicht seit je dagewesen wären (in der DDR gab es keine Hindenburgplätze), sondern weil seit den skupltur projekten 77 die Stadt Münster zunehmend durch internationalen Besuch und akademischen Handel von außen beguckt wird. Das Marketinginteresse der kapitalen und notwendig globalen Bürgerstadt will den Nationalisten Hindenburg nicht mehr, sondern einen geschmeidigen Namensgeber, der nicht anstößt. Twenhöven hat es gestern in der Versammlung letztlich verraten, und die Exzellenzprofessorin hat es mit einer biographischen Anekdote bestätigt. – Die beste Störung des Platzfriedens, nämlich Sol Le Witts Skulptur ‚Black Form‘ (dedidated to the missing jews) von 1987 wurde unter OB Twenhöven damals nicht angekauft und steht nun in Altona; der jetzige Umbenennungswunsch entspricht der gleichen Sturheit, mit der er vierzig Jahre lang gegen vorgebrachte Erkenntnisse abgelehnt wurde. – Wer nicht über seine Interessen des blanken Nutzens reden will, der soll über Transparenz und demokratische Offenheit schweigen! (Horkheimer)

  2. Pingback: Umbenennung Hindenburgplatz – Perfektionierung des Standorts Münster | Kühns Lindenblatt

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