Expertenkreis legt ersten Antisemitismusbericht vor

dpa/web.de Antisemitismus sei auch jenseits der rechtsextremen und islamistischen Milieus zu beobachten. Es gebe mittlerweile eine „bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitete Gewöhnung an alltägliche judenfeindliche Tiraden und Praktiken“. Diese basierten auf weit verbreiteten Vorurteilen, tief verwurzelten Klischees und auch auf schlichtem Unwissen über Juden und das Judentum.
Beispielsweise seien rassistische, rechtsextreme und antisemitische Parolen auch weiterhin auf deutschen Fußballplätzen an der Tagesordnung. Bei der Verbreitung antisemitischer Einstellung unter der Bevölkerung nehme Deutschland aber im europaweiten Vergleich einen Mittelplatz ein. Zum Teil extrem hohe Antisemitismus-Werte gebe es in Polen, Ungarn und Portugal.
Nach einem entsprechenden Bundestagsbeschluss hatte die Bundesregierung den Expertenkreis im Jahr 2009 eingesetzt, um verstärkt gegen Antisemitismus vorzugehen. Der Kreis soll regelmäßig Berichte vorlegen – dies ist nun der erste.

Mit Beschluss des Deutschen Bundestages vom 4. November 2008 zu den Anträgen Drucksache 16/10775 (neu) und 16/10776 wurde die Bundesregierung gebeten, Antisemitismus verstärkt weiter zu bekämpfen und jüdisches Leben in Deutschland zu fördern. Das Parlament forderte in o.g. Beschluss auch die Einrichtung eines Expertenkreises, der sich im September 2009 konstituiert hat. Das Bundesministerium des Innern hat den Expertenkreis logistisch und finanziell unterstützt.
Der Expertenkreis hat unabhängig und selbständig seine Arbeitsagenda festgelegt, die Themen bearbeitet und im Herbst 2011 seinen Bericht abgeschlossen und der Bundesregierung im November übermittelt. Die Koordination der Arbeit des unabhängigen Expertenkreises haben Herr Professor Peter Longerich, Holocaust Centre, Royal Holloway College, University of London, und Frau Dr. Juliane Wetzel, Historikerin und Kunsthistorikerin, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin, übernommen.

Am_2._November 2011 hat das Bundeskabinett den Bericht des unabhängigen Expertenkreises zur Kenntnis genommen. Nach Kabinettbefassung wurde der Bericht durch den Bundesminister des Innern dem Deutschen Bundestag und Bundesrat zugeleitet.

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu Expertenkreis legt ersten Antisemitismusbericht vor

  1. rainer kühn schreibt:

    Wie der kluge, studierte, verbeamtet lehrende latente Antisemitismus aussieht, kann jeder hier studieren, wo ohne Mailadresse, ohne Impressum und ohne jede Kontaktmöglichkeit ungesetzlich anonym dem bunt-braunen Boulevard das Wort geschätzt wird: http://sweetheart2010.wordpress.com/2012/01/02/gleich/#comment-981
    „Wenn dem so wäre, wäre ich in der Tat sehr beunruhigt.
    Ich kann’s aber nicht glauben.
    Jedenfalls dann nicht, wenn ich die Vorstellung von ‚Antisemitismus‘ zugrunde lege, die für mich maßgeblich ist.“
    Auch für Nazis ist die eigene Vorstellung maßgebend, nicht die aufgeklärter wissenschaftlicher Untersuchungen. So auch bei Sweetheart (und ihrem Zuflüsterer Forenboy). Und was fordert die dümmste aller Schwatzbuden im Netz: „Information und Aufklärung!“
    Ja, tatsächlich: Information und Aufklärung!
    Aber freilich nur solche, die ihr eigenes Vorurteil bestätigt.

    Zu Forenboys Relativierung der Ergebnisse der Studie kommentiert die leider ebenso anonyme, aber kampfaffine und -erprobte Bloginhaberin Rahab: „forenboy – du konstruierst, relativierst, betreibst schuld-abwehr-umkehr oder weiß ich was sonst noch.“ Der bekannte Zahlenklamauk solchen 20%-Milieus findet sich rund um den Kommentar http://treueliebe.wordpress.com/2012/01/15/rassismus-sprechen-von-mit-zu-uber/#comment-2000
    Forenboy blubbert wieder einmal einen Blog kaputt, der mit der Ambition gestartet ist, über Rassismus in sozialer Praxis mit dem schon gegebenen Wissen offen nachzudenken. Das darf aber für Quatschbudenkönige nicht sein, so müllen sie also alles zu.
    Nicht schade, sondern ein Teil dieser 20 Prozent.

  2. M. Breitenberger schreibt:

    Zum Judenmordaufruf der PA schweigen sich „Rahab“ und „Forenboy“ innig vereint aus. Es wird Zeit dass „Sweetheart“ sich dazugesellt.

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