Entscheidend ist nicht am Kiosk

Es ist wohl kein Zufall, dass die Diskussion um eine Wiederveröffentlichung von Hitlers „Mein Kampf“ mit dem 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz zusammenfällt. Als ruhig, freundlich und nett hatte SS-Sturmbannführer Adolf Eichmann die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 empfunden, die im Radikalisierungsprozess des NS-Regimes eine zentrale Rolle spielte. Und es ist wohl kein Zufall, dass die Diskussion um eine Wiederveröffentlichung von Hitlers „Mein Kampf“ mit dem 70. Jahrestag jener Besprechung zusammenfällt, die die Vernichtung der Juden ausdrücklich zum Thema hatte. Der britische Verleger Peter McGee plant, Auszüge des Hitler-Buches zu veröffentlichen, das als Schlüsseltext für einen eliminatorischen Antisemitismus gelesen werden muss. Geschickt hat McGee es wiederholt verstanden, die Diskussion über die Veröffentlichung von NS-Publikationen für seine Zwecke zu nutzen. Bereits 2009 hatte er sein Reprint-Projekt Zeitungszeugen, in dem unter anderem Nazi-Blätter wie der Völkische Beobachter und Der Stürmer in kommentierten Ausgaben herausgebracht wurden, im Kontext von Tabuverletzung und Aufklärung erscheinen lassen. Tatsächlich war das nun am Kiosk fortgesetzte Projekt ein eher sperriges Unterfangen.

Werbeanzeigen

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kunst & Buch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s