‚Gewaltloser Widerstand ist Gewalt‘: der Innenminister

Entscheidend und interessant ist, dass diese neue Gewaltdebatte nicht mehr ausschließlich unter Gesichtspunkten von »Taktik und Ethik« (Georg Lukács) linker oder vielmehr linksradikaler Bewegungen geführt wird, also nicht mehr von einer möglichen Weltveränderung im Namen des Widerstands der Unterdrückten die Rede ist, sondern sich situationsgebunden ein systemimmanenter Bürgerprotest aus zwei Perspektiven ergibt, die problematisiert werden.
Erstens geht es darum, wie das Gewaltmonopol des Staats vor sich selbst und durch sich selbst geschützt werden kann.
Und zweitens geht es um staats- oder privatbürgerliche Interventionsmöglichkeiten gegen definitiv illegitime Gewalt bzw. um die Frage, inwieweit die Exekutivgewalt zur Bürgerpflicht wird, vor allem wenn der Staat seine Exekutiv­organe von dieser Pflicht entbindet. (Was tun, wenn Nazis sich versammlungsrechtlich und polizeilich geschützt durch Städte und Dörfer prügeln?)
Das Fazit des langen und kenntnisreichen Artikels: Man kann kaum noch etwas demonstrieren. Das zeitigt auch die Gewaltfrage. Lesen! (Ich bin gegen den Frieden. Heinz Rudolf Kunze, Osnabrück, damals.)

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Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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Eine Antwort zu ‚Gewaltloser Widerstand ist Gewalt‘: der Innenminister

  1. Der Bassist schreibt:

    Gewalt ist ein aktuelles Mittel der Politik. Gewaltmonopol heißt die staatstragende Ideologie dazu.

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