Geisterbahn, gestern

“Nicht, dass Sie denken, ich wär’ CDU”, sagt die Frau, “aber die Geschichte muss ich Ihnen erzählen. Wir kommen hier drüben aus Bürgel. Gestern stehen wir also dort im Rewe-Markt an der Kasse. Neben uns Tarek Al-Wazir, der Landesvorsitzende der Grünen – wohnt gleich bei uns um die Ecke. In seinem Einkaufswagen liegt eine ganze Palette abgepackter Hähnchenunterschenkel … Na ja, so weit, so gut. Aber was meinen Sie, was heute Morgen passiert? Ich schlag die Sonntags-FAZ auf und wer guckt mir entgegen? Richtig, Tarek Al-Wazir, wie er gegen Dioxin-Eier und Massentierhaltung wettert. Ich meine, also … Wie gesagt, nicht, dass Sie denken, ich wär’ CDU …”

Über rainer kühn

Den autoritären Charakter findet man leider von links bis erwartet rechts in allen Schwatzbuden des Internetzls. (Theodor W. Adorno & seine kritische Theorie)
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2 Antworten zu Geisterbahn, gestern

  1. Tarek Al-Wazir schreibt:

    Hallo Herr Kühn,
    sie haben Bekannte, die anderen Leuten in den Einkaufswagen gucken, ich habe Mitarbeiter, die im Internet gucken…und deswegen bin ich auf ihre Geschichte gestoßen. Bitte richten sie einen schönen Gruß aus und leiten sie bitte die ganze Geschichte weiter: Bevor ich am Samstag im REWE war, war ich im TEGUT in der Innenstadt. Da waren leider alle Bio-Hähnchenkeulen der Marke PuraNatura, einer Tegut-Eigenmarke, AUSVERKAUFT. Ich habe dann meine Frau per Mobiltelefon gefragt, was ich machen soll, weil wir am nächsten Tag Gäste erwarteten und ich mit klaren Aufträgen zum Einkaufen geschickt worden war…und den Rest der Geschichte haben sie dann aufgeschrieben…wobei die „Palette“ zwei Packungen mit je 4-5 Hähnchenunterschenkeln waren.

    Wenn ich noch etwas anmerken darf: Ich war am selben Samstagmorgen sogar noch im LIDL gewesen, allerdings nicht zum Einkaufen, sondern um nach den Preisen zu schauen, genau wegen der Frage der Lebensmittelpreise. Auch da erkannte mich jemand, schüttelte den Kopf und zischte halblaut „als wenn der nicht genug verdienen würde“…also, wie man es macht, ist es falsch: Kauft man nur Bio, bekommt man den Vorwurf, der „Bionade-Partei“ anzugehören und keine Ahnung von der Wirklichkeit vieler Menschen zu haben. Schaut man sich im Discounter um, ist es auch nicht recht….geht man zum REWE, schauen einem die Leute in den Einkaufswagen und erzählen danach dem Nachbarn, was man eingekauft hat und der schreibt es in seinen Internet-Blog….nun ja, das scheint wohl bei mir unvermeidbares Berufsrisiko zu sein…

    • rainer kühn schreibt:

      Sehr geehrter Herr Al-Wazir,
      das ist ein Mißverständnis: ich habe keine Bekannten, schon gar nicht in Ihrer Nähe. Ich lese, vornehmlich Politisches und Literarisches, und was ich für lesenswert halte, stelle ich als Hinweis in mein Netz: deshalb der Weblogname „Die Lese als Blog“. Die Geschichte, die Ihre Mitarbeiter gefunden haben, ist deshalb auch nicht meine Geschichte, sondern dort auffindbar, wo meine Titelgebung hinweist: „Geisterbahn“, und zwar „gestern“. – Geisterbahn ist ein literarisches Blog, es heißt im Untertitel „Tagebuch mit Toten. Roman“. Aus diesem geschätzten Weblog zitiere ich hier öfters, weshalb es auch in meinem Blogroll gelistet ist. Da die Beiträge in der Geisterbahn nicht direkt zu verlinken sind, habe ich meinen Eintragstitel als genaue Quellenangabe der gegebenen Geschichte genommen, für meine regelmäßigen Leser eine eindeutige Belegform. Ich hielt und halte diese Geschichte für lesenswert, nicht mehr, nicht weniger.
      Mit freundlichen Grüßen
      Rainer Kühn

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