Vor Gericht

Der Internationale Militärgerichtshof, eingerichtet von den alliierten Siegermächten, sprach am 30. September und 1. Oktober 1946 in Nürnberg die Urteile über Mitglieder der NS-Führungselite.

Vor Gericht ist man in wessen Hand? – Zum Glück gibt es inzwischen einen Rechtsstaat, zum Glück kann man Urteile kritisieren, zum Glück können Urteile aufgehoben werden. Zum Glück gibt es nur woanders Waterbording, Händeabhacken, Augenausschälen, Folter.
Wir leben ohne gerechte Strafen. Punkt in Flensburg. Na und. Radeln mit Handy, 35€, na und. Gerechter Tod dem Feindgewordenen Freund. Leider Lebenslänglich. Na und. Die Strafe gehöre Gott, sagt Martin Luther und jeder Katholenfeind. – Lieber DDR, sage ich.

Ich erinnere mich an zwei Bücher über die Justiz in Weimar, der Weimarer Republik, ich weiß die Titel nicht mehr, ich habe gut zweitausend Bücher der Sach- und geschichtlichen Fachliteratur vor zwei Jahren komplett ans Antiquariat Ruff verkauft, ich weiß aber noch, daß Justiz gesellschaftsabhängig ist, herrschaftsaffin, und daß Recht und Urteil immer sonne Sache ist. Wie im Fußball: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Und: Oft ist der Rasen naß. Bewußt gewässert kurz vorm Spiel.

Mal drüber nachdenken.

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„Die Rückkehr des Totalitären im Mäntelchen des Glaubens“

Als Erbe der radikalen Aufklärung, die die Blasphemie als Kunstform nutzte, um die Macht der religiösen Institutionen zu brechen. Als Erbe der revolutionären Kritik, die deklarierte: »Die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.« Und eben nicht als zu verdammendes, zu ächtendes, die religiösen Gefühle unterdrückter Communities verletzendes, islamophob-rassistisches Sakrileg, das manchmal schwerer wiegt als das Leben des Kritikers, der im Zweifelsfall ermordet wird.
(Bernd Beier heute in der Jungle World)

Der Anlaß: Die muslimische Autorin und Religionspädagogin Lamya Kaddor mit Wurzeln im westfälischen Oberzentrum Münster hat sich aus Sicherheitsgründen vom Schuldienst beurlauben lassen. Sie sagte gerade in einem Interview im DLF, seit dem Erscheinen ihres Buches über Einwanderung habe sie Morddrohungen und so viele Hassbriefe wie noch nie erhalten – vor allem aus rechten Kreisen.

a) Lamya Kaddor, deren Kenntnisse des Korans offensichtlich nur oberflächlich sind, benötigt den Konflikt zwischen „den Muslimen“ und „den Deutschen“, um die Mogelpackung von ihrem liberalen Islam verkaufen zu können. Ihr Geschäftsmodell lebt davon, dass Deutsche „islamfeindlich“ und Muslime „radikal-fundamentalistisch“ sind.
b)  So sind sich Mazyek (Zentralrat der Muslime in Deutschland) und Kaddor (LIB) selbst dann, wenn sie um die gleichen Töpfe rangeln, immerhin in einem einig: Islamkritik verstößt gegen das Grundgesetz, ist deshalb rechtsradikal und damit zwangsläufig rassistisch. Beide Vereinsmeier möchten gern für sich einen quasi rechtsfreien Raum organisieren, der vor Angriffen und Kritik durch Mitbürger vom Staat mit allen denkbaren Mitteln zu schützen ist.
c) Der renommierte Islamwissenschaftler Rainer Brunner von der Universität Freiburg stellt fest: „Man will hier einen aufgeklärten Islam europäischen Zuschnitts etablieren, ohne dass es dafür im Augenblick sichtbar irgendwelche strukturellen und personellen Voraussetzungen gibt. An deutschen Universitäten sollen zukünftig nicht nur Imame ausgebildet werden, sondern gleichzeitig auch Kompetenzen in Sozial- und Integrationsarbeit den zukünftigen Imamen vermittelt werden. Dadurch betreibt man eine weitgehend entsäkularisierte Islamisierung der Integrationsdebatte.“ Mit anderen Worten: Personen wie Kaddor organisieren mit ihrem unwissenschaftlichen Tun jenseits jeglicher theologischen Basis am Ende genau jene Radikalisierung der deutschen Muslime, die sie vorgeblich verhindern wollen.
d) Hinter Kaddors LIB nun steht aber weder Liberalismus noch deutsches Säkularitätsverständnis, sondern fundamental-islamischer Unfehlbarkeitsanspruch, dem selbst sämtliche staatlichen Organe zu dienen und sich zu unterwerfen haben.

(a-d und viel mehr bei Tomas Spahns schönem Artikel mit Bezug zum Münsteraner „Centrum für religiöse Studien“ und Kaddors Verein „Liberal-islamischer Bund“ LIB)
In Berlin ist in den letzten Jahren entlang der Kantstraße zwischen dem Bahnhof Zoo und dem Stutti eine „China-Town“ entstanden, und die Berliner haben es nicht einmal bemerkt. Denn in dieser Gegend wird niemand bedroht, der ein Kreuz um den Hals oder eine Kippa auf dem Kopf trägt. Keine Scharia-Polizei zieht dort ihre Runden, und jeder, der ein Lokal betritt, kann selbst entscheiden, ob er ein Bier oder einen Apfelsaft trinken möchte. Diese Einwanderung stellt kein Problem dar, sie produziert keine Probleme und ist eine Bereicherung für das Land.
Man hört auch kaum etwas von Vietnamesen, die sich am Rande eines Volksfestes in die Luft sprengen, weil sie traumatisiert wurden, oder von Russen, die ihre Art, Tee zu trinken (aus der Untertasse, mit einem Stück Würfelzucker zwischen den Zähnen) für die einzig richtige halten und sie deswegen anderen aufzwingen möchten. Die Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin Frau Lamya Kaddor, die sich das Label „liberal“ umgehängt hat, ist in ihrer genuinen Dummheit durch nichts zu erschüttern. Jeder Fahrlehrer, aus dessen Fahrschule fünf Dschihadisten hervorgegangen wären (wie aus ihrer Erziehungstätigkeit), hätte seine Lizenz längst zurückgegeben, wenn sie ihm nicht entzogen worden wäre. Frau Kaddor aber schulmeistert weiter, nicht nur in der Schule, sondern auch im Fernsehen, über das Deutschsein heute und in der Zukunft.
(Henrik M. Broder in seiner typischen und immer gerne auch polemischen Art, seine Perspektive auf die Welt in die Welt zu tragen. I like.)

Wie aber liest sich das Thema aus der Perspektive kritischer Theorie? Mit Zuhilfenahme der historischen Analysen von etwa Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Ernst Fraenkel und Naumann. Jan Huiskens hat ein Prolegomena zur kritischen Theorie der islamistischen Bedrohung vorgelegt, das ich im Folgenden durch (viele) ausgewählte und z.T. blank aneinandergesetzte Zitate darstellen will. Wem die Richtung plausibel ist, dem empfehle ich jedoch die Gesamtlektüre des viel weiter ausholenden Textes bei Prodomo von Jan Huiskens.

Wie sind Ursprung und Wesen des  Islamismus  kritisch  zu  bestimmen? Jeder militär- und   sicherheitspolitischen Antwort liegen – ob bewusst oder nicht –  gesellschaftstheoretische   Annahmen zugrunde. Es ist Aufgabe kritischer Gesellschaftstheorie im Angesicht des  globalen Terrors,  diese oft impliziten Annahmen kenntlich zu machen und zu überprüfen. Islamismus wird dabei vorläuig im ganz breiten Sinne als eine globale totalitäre Bewegung  verstanden, die in der islamischen Tradition verwurzelt ist, sich aus staatlichen wie nichtstaatlichen Akteuren zusammensetzt und die unter Einschluss von Gewaltmitteln die Welt in eine gottgewollte Ordnung zu verwandeln versucht.
Der politische Islam, oder zumindest dessen militante Speerspitze, hat der westlichen  Zivilisation  und  allem, was mit der Chiffre der Verwestlichung verbunden ist, den Krieg erklärt und will jene ganz offensichtlich mit Blut und Eisen vernichten. Nicht nur haben die  nicht abreißenden Terroranschläge neben den tausenden Ermordeten und Verletzten den Alltag in den Metropolen nachhaltig  verändert, weil der Krieg jederzeit plötzlich in das  Leben der Einzelnen einbrechen kann, sondern islamistische Banden verüben im Nahen Osten und Nordafrika regelrechte Genozide. Dazu kommt in Europa die aktive Schaffung  von   islamischen Parallelgesellschaften, die als Humus für den Terror dienen. Diese  Gemeinschaften,  wiederum durchwirkt mit kleineren islamistischen Zellen und protoislamistischen Gangs, sind durch Tugendterror, sexuelle Ausbeutung, soziale Verrohung und patriarchale Unterdrückung gekennzeichnet. Die Insassen dieser, gewissermaßen, gated  communities sind stetig anschwellender Hasspropaganda ausgesetzt, die weniger in den Moscheen als vielmehr über das Internet in die Köpfe der Gläubigen gehämmert wird. Last but not least gibt es einen mehr oder weniger offenen  Krieg  der Islamischen Republik Iran  und ihren Verbündeten Hamas und Hisbollah gegen Israel, der bald aller Voraussicht nach eine nukleare Dimension erhält. Kurz: Die Situation ist gruselig und wer meint, das alles gehe ihn oder sie nichts an, irrt.
Politische Rücksichten überlagen die nüchterne Analyse, aber mehr noch: die Angst, als Rassist abgestempelt zu werden oder den falschen Leuten den Rücken zu stärken, haben  dazu  geführt,  dass sich an den deutschen, europäischen und auch nordamerikanischen Universitäten eine systematische Ignoranz gegenüber der islamistischen  Bedrohung  durchgesetzt hat. Ein weiterer Grund für diese desolate Situation sei nicht unerwähnt  gelassen: Der Islamismus ist so erfolgreich darin, Angst und Schrecken zu verbreiten,  dass so  mancher bereits vorauseilend kapituliert. Es gibt also gerade in der Wissenschaft eine  gefährliche Mischung  aus Political Correctness, Verdrängung  und  politischen  Interessen, die  eine  nüchterne  Bestandsaufnahme verunmöglichen. In einer neueren Publikation des Bundesamtes für Verfassungsschutz heißt  es  dementsprechend,  „nicht  der Islam  als  Religion  ist  Gegenstand  der Beobachtung und auch nicht die Muslime  als  Glaubensgemeinschaft“,  sondern   „Ausgangspunkt   kann   insofern immer  nur  die  extremistische  Struktur selbst sein“. Mit anderen Worten: Der soziale und kulturelle Kontext, der dem Islamismus  den  Weg  ebnet,  wird  aus politischen  Gründen  ignoriert. Dass der Islam von seiner Grundanlage her die Unterscheidung in religiöse und politische Gebote nicht kennt und es insofern zunächst darauf ankäme, die islamische Tradition gleichsam politisch zu entschärfen, will der  deutsche  Staat  nicht  erkennen:  Es wird einfach dekretiert, dass Islamismus und  islamische  Religion  wesensfremd seien  und  sich  damit  angemaßt,  besser zu wissen, was der Islam ist, als die großen  Gelehrten  in  Kairo  oder  Qom. Ein  nüchterner  Blick  müsste  zur  Konsequenz haben, die islamische Tradition ebenso wie die islamische Kultur selbst als  Bedingung  eines  islamischen  Extremismus  zu  identiizieren  und  dementsprechend jene zu fördern, die mit dieser  Tradition  brechen.  Dazu  fehlt  der Mut. Interessant  wird  es  aus Sicht des Staates nämlich erst, wenn die Bombe  bereits  tickt;  wenn  es  eine  „extremistische  Struktur“  gibt,  die  unmittelbar  Anschläge  vorbereitet.
Etwas  verallgemeinernd  kann  man sagen, dass es drei Arten der ‚Feindanalyse‘ (nach dem Vorbild Herbert Marcuses) gibt:  Die  ausländerfeindliche,  die relativierende und die historisierende: 1.  AfD  und  Co.  Hier wird  zumeist  suggeriert,  es  gehe  um eine  Kritik  des  Islamismus  sowie  dessen  Eingebettetsein  in  die  islamische Alltagskultur.  Faktisch  aber  dient  jedes  scheinbar  islamkritische  Argument nur  dazu,  das  Ressentiment,  die  vorab feststehende  Xenophobie  und  den  ostzonalen  Futterneid  zu  rationalisieren. 2. Die ursprünglich vor allem von linken oder linksliberalen Publizisten  vertretene  Analyse  besagt, dass es gar keinen genuinen  Zusammenhang  zwischen  Islam  und  Terror gebe.  Wie bereits am Zitat aus der Verfassungsschutz-Broschüre zu sehen war, hat  sich  diese  These  mittlerweile  vom linken Dunstkreis gelöst und schlägt sich in offizieller  Politik  nieder. Islamischer Terrorismus sei dabei nur eine Spielart des Fundamentalismus,  der  auch  auf  jüdischer  und christlicher Seite zu finden sei. Der Islamismus sei  letztlich  weniger  eine  islamisch-religiöse  Bewegung  als  vielmehr  „Symbol eines gewaltförmigen und in Teilen transnationalen Widerstands gegen die durch die Globalisierung vorangetriebene  Verschärfung  der  sozialen  Antagonismen und gegen die neo-imperiale Inbesitznahme des Planeten“. 3. Die  dritte  Variante  der  Feindanalyse wäre als  die  „westliche“  oder  „historisierende“  zu  bezeichnen,  weil  sie  unter  dem Stichwort „Islamfaschismus“ die  Konstellation des Zweiten Weltkriegs wieder aufruft,  um  den  Krieg  des  Islamismus gegen den Westen vor dem historischen Passepartout  der  Vergangenheit  zu  erklären. Die in Deutschland neben Hamed  Abdel  Samad  wohl  bekannteste Stimme   dieser   historisierenden   These  ist  Josef  Joffe,  der  Herausgeber  der Wochenzeitung „Die  Zeit“.  Bereits  2004 schrieb  er  anlässlich  der  verheerenden Anschläge  in  Madrid  einen  Leitartikel mit dem Titel ‚Die Ofensive des Islamo­-Faschismus‘. In Richtung der Apologeten und  Relativierer  fragte  er:  „Was  aber, wenn der Islamo-Terror den Dialog gar nicht will, wenn seine Triebfedern nicht Ungleichheit   und   Unterentwicklung sind?“  Joffe gab die Antwort, dass die Apologeten  die  Augen  vor  dem  realen Wesen des Islamismus verschlössen und einfach nicht sehen wollten, dass es sich um  eine  moderne  faschistische  Bewegung handele: „Der  Schlüsselsatz  lautet:  ‚Ihr  liebt das Leben, und wir lieben den Tod‘. Ist das  die  Botschaft  des  Propheten?  Der hat laut Koran allerlei Blutrünstiges gesagt, aber derlei Sprüche kann man sich auch aus der Bibel herausklauben […]. ‚Ihr  liebt  das  Leben,  wir  den  Tod‘,  ist eine  sehr  moderne,  sehr  säkulare  Parole. Es ist die Rückkehr des angeblich so kurzen  20.  Jahrhunderts,  das  scheinbar 1989 mit dem ‚Ende der Geschichte‘  aufhörte,  wie  Paul  Berman  in ‚Ter­ror und Liberalismu’s notiert. Es ist eine Kernaussage des europäischen Totalitarismus  in  seiner  bolschewistischen,  faschistischen  und  nazistischen  Prägung. Es  ist  die  Botschaft  des  modernen  Nihilismus, der zwar die Erlösung im Namen  von  Klasse  oder  Rasse  gepredigt, dabei  aber  eine  unauslöschliche  Blutspur  durch  Europa  und  Asien  gezogen hat, mit Abermillionen von Toten. Auf diesem Weg gab es keinen ‚Dialog‘ nur Massenmord.  Nennen  wir’s  nicht  ‚Islamismus‘  oder  ‚Dschihadismus‘,  sondern ‚Faschismus‘ ohne Duce oder Führer.“ Dagegen  helfe  keine Beschwichtigung und kein Dialog, sondern  nur  die  polizeiliche,  nachrichtendienstliche  und  militärische  Bekämpfung.
Man  könnte  also  sagen:  Die historisierende  These  ist  nicht  nur  die plausibelste,  sondern  auch  die  sympathischste,  insofern  sie  die  Verteidigung individueller  Freiheitsrechte  ins  Zentrum stellt und der Todes- und Vernichtungsideologie eine rückhaltlose Absage erteilt. Doch  wie  verhält  es  sich  mit  der neokonservativen Islamfaschismus-These?  Schon  der  oben  zitierte  Ausschnitt zeigt, dass es Joffe mit dem Begrif „Faschismus“  nicht  so  genau  nimmt  und er  im  Stile  schlechten  Antitotalitarismus  munter  Faschismus,  Nationalsozialismus und Stalinismus durcheinander würfelt.  Wenn  das  Motiv  der  Vernichtung ernst genommen werden soll, läuft aber  alles  auf  die  Analogie  zum  Nationalsozialismus  hinaus,  denn  der  Holocaust  steht  nun  mal  wie  kein  anderes Ereignis der Weltgeschichte für die Vernichtung um ihrer selbst willen. Für eine Begriffsfindung für Islamismus kann provisorisch auf  den  Politikwissenschaftler  Armin Pfahl-Traughber  zurückgegrifen  werden,  der  seit  über  zwanzig  Jahren  die Feindanalysen  für  das  Bundesamt  für Verfassungsschutz liefert: – Absolutsetzung  des  Islam  als  Lebens- und Staatsordnung – Gottes- statt Volkssouveränität als Legitimationsbasis –   der   Wunsch   nach   ganzheitlicher Durchdringung  und  Steuerung  der Gesellschaft –  homogene  und  identitäre  Sozialordnung im Namen des Islam –  Frontstellung  gegen  den  demokratischen Verfassungsstaat – Potential zu Fanatismus und Gewaltbereitschaft.
Ernst  Fraenkel  beobachtete  in  senem  Buch „Der  Doppelstaat“,  das  noch vor  dem  Holocaust,  genauer  gesagt: zwischen  1936  und  1938  in  Deutschland verfasst und erstmals 1940/41 auf Englisch  als The  Dual  State:  A  Con­tribution  to  the  Theory  of  Dictatorship veröffentlicht  wurde,  dass  das  nationalsozialistische System, das er als Diktatur bezeichnete, einen fundamentalen Doppelcharakter  aufweise:  es  handele  sich  zum  einen  um  einen  Normenstaat,  d.h.  ein  „Regierungssystem,  das mit   weitgehenden   Herrschaftsbefugnissen   zwecks   Aufrechterhaltung   der Rechtsordnung  ausgestattet  ist,  wie  sie in   Gesetzen,   Gerichtsentscheidungen und  Verwaltungsakten  der  Exekutive zum  Ausdruck  gelangen“.  Zum  anderen aber handele es sich beim Nationalsozialismus um einen „Maßnahmenstaat“,  d.h.  ein  „Herrschaftssystem  der unbeschränkten  Willkür  und  Gewalt, das  durch  keinerlei  rechtliche  Garantien  eingeschränkt  ist“.  Zusammen  ergäben  Normen-  und  Maßnahmenstaat eben  jenen  Doppelstaat,  wobei  Fraenkel  bereits  betonte,  dass  der  Maßnahmenstaat im Konliktfall das letzte Wort hat.  Er  wies  daraufhin,  ass  schon  bei der  Entstehung  des  Normenstaates  in der  Weimarer  Republik  die  Gültigkeit von  Normen  von  Rechtstheoretikern wie Carl Schmitt und Carl Bilinger unter  den  prinzipiellen  Vorbehalt  gestellt wurde, dass der Staat das Recht im Ausnahmezustand suspendieren könne. Insofern ist das nationalsozialistische Verhältnis  zum  Recht  rein  instrumentell zu verstehen, die von Horkheimer diagnostizierte „Resistenzkraft des Rechts“ 1933 bereits weitgehend kassiert. Fraenkels Beobachtungen sind auch  deshalb  bedeutsam,  weil  sie  die wenig  hilfreiche,  positivistische  Frage „Rechtsstaat  oder  Unrechtsstaat?“  zurückweisen  und  stattdessen  nach  dem spezifischen  Charakter,  der  Funktion und dem Gültigkeitsbereich des Rechts fragen.  Betrachtet  man  das  Rechtsverständnis  im  Islamismus,  so  lässt  sich sagen,  dass  die shari’a  als  letztlich  auf Gott   zurückgehendes   Normensystem einer   islamischen  Variante   des   Normenstaates entspricht. Dabei ist zu beachten, dass die shari’a nicht als solche im  heiligen  Buch  der  Muslime  kodiiziert ist, sondern durch die ulema, also  die Rechtsgelehrten vermittelt und zum Rechtssystem, auf Arabisch: iqh, ausgebaut  worden  ist.  Im  Islamismus  ist  die Instrumentalisierung der shari’a für außerhalb des islamischen Rechts liegende Zwecke  strikt  untersagt  –  einen  Doppelstaat im Sinne Fraenkels kann es daher in islamistischer Form nicht geben. Auch das durch Auslegung geschaffene Rechtssystem,  wie  es  von  den  Rechtsschulen historisch auf Basis von Koran und Sunna entwickelt wurde, gerät teilweise  ins  Visier  der  Islamisten,  insofern  diese  im iqh  auch  immer  wieder Abweichungen  von  der  gottgewollten Ordnung  wittern,  die  sich  durch  innerislamische  Korruption,  Sittenverfall und  jüdische  Manipulation  eingeschlichen hätten. Es geht also um die reine Realisierung  des  islamischen  Normenstaates. Aber, und das ist entscheidend, der  Charakter  dieses  Normensystems, dieses Fundamentes, wenn man so will, ist  ein  anderer:  Während  das  positive,  rationale  Recht  im  Westen  seinen Grund  in  der  kapitalistischen  Produktionsweise hat, die Rechtsgleichheit also gewissermaßen eine Funktion des Äquivalententausches  ist,  ist  der  Zweck  der chronologisch   im   europäischen   Mittelalter  entstandenen shari’a  nicht  die gelingende Mehrwertakkumulation, sondern   die   Einrichtung   jener   gottgewollten  Ordnung.  Diese  Ordnung impliziert  einschneidende  Unterscheidungen, weshalb es nur logisch ist, dass das  islamische  Recht  die  fundamentale Ungleichheit   zwischen   verschiedenen Gruppen  von  Menschen  festschreibt: zwischen  Frauen  und  Männern,  zwischen   Gläubigen   und   Ungläubigen, zwischen Freien und Sklaven.
Es gibt nun faktisch aber in islamischen Ländern ein  Nebeneinander  von  islamischem  und  westlichem  Recht.  Die  Islamisten  kämpfen  darum,  diese Doppelstaatlichkeit   aufzuheben.   Gelten soll nur noch die shari’a. Da es keine islamische Kirche gibt, sondern  nur  mehr  oder  weniger  autoritative  Rechtsgelehrte  –  für  den  sunnitischen  Islam  wäre  das  die  Ulema  der al-Azar-Universität  –,  sind der Willkür im  Grunde Tür  und Tor  geöfnet:  und „Willkür“ bedeutet, materialistisch aufgefasst,  selbstverständlich  immer,  dass die Dynamik der Gesellschaft und ihre Triebstruktur  in  den  Blick  genommen werden muss, also das, was gewöhnlich unter  dem  Begrif  „Kultur“  verstanden wird.  Diese  „Kultur“  ist  zum  einen  in die  objektiven  Tendenzen  des  Weltmarktes   eingebunden,   zum   anderen aber  bis  zu  einem  gewissen  Grad  auch ihm  gegenüber  unabhängig  und  in  die Vorgeschichte  ausgreifend.  Diese  Verselbständigung  islamischer  Kultur  unter  den  Bedingungen  des  Spätkapitalismus  findet  auch  im  Normensystem und  deren  rechtlichen  Konsequenzen Ausdruck.  In  Gesellschaften,  in  denen die  Rechtsgarantien  schwach  sind,  wie in  der  islamischen  Welt,  ist  auch  die Resistenzkraft des Rechts geringer, d.h. das Recht passt sich viel schneller Kulturalisierungs-   und   Rearchaisierungsprozessen an. Die  Rechtspraxis  reduziert  sich  auf  die  Frage  der  Gewalt.
Der deutsche Staat mag noch so abhängig von der Industrie sein, aber er legt  ihr  Ketten  an,  sollte  sie  allzu  sehr den  sogenannten  sozialen  Frieden  stören. Und das staatliche Personal, angefangen  vom  einfachen  Gerichtsdiener bis  zum  Bundespräsidenten,  unterliegt denselben   Normen   wie   jeder   andere  Bürger.  Diese  relative  Unabhängigkeit  des  Rechtsstaates  gegenüber  sowohl  partikularen  Gemeinschaften  als auch  mächtigen  Einzelpersonen  ist  im Islamismus  gerade  nicht  gegeben:  Islamistische Gruppen streben danach, das Kalifat auszurufen, also selbst den „Islamischen  Staat“  anzuführen.  Haben  sie Erfolg,  richtet  sich  die  Gewalt  zuallererst gegen ihre Konkurrenten, erst dann gegen Minderheiten. Im  Kontext  des  Islamismus  ist  vor allem  wichtig,  dass  die  Allgemeinheit, für die dieser steht, einzig die totale Unterwerfung  unter  eben  nicht  menschliche,   sondern   göttliche   Anweisungen ist.  Sollten  die  Unterworfenen  Muslime  sein  oder  zum  Islam  konvertieren, so werden sie wie die arischen Volksgenossen  für  ihr  Zugehörigsein  belohnt, aber es handelt sich tatsächlich um eine Loyalität  einfordernde  Belohnung,  um Anteil  an  Beute,  nicht  um  einen  über Warentausch  vermittelten,  weitgehend anonymen  Anteil  am  gesellschaftlich erzeugten  Reichtum.  Der  Unterschied zwischen Islamismus und Nationalsozialismus,  den  man  mit  Neumanns  Monopolkapitalismusthese   in   den   Blick bekommt, ist der Unterschied zwischen einer    ölrenten-    und    beutebasierten Ökonomie  einerseits  und  einer  Industriegesellschaft  andererseits.  Den  nationalsozialistischen   Schaffenskult   teilt der Islamismus explizit nicht: Noch immer  ist  der  Iran  für  seine  Ausbeutung von Naturstoffen – also dem, was Gott willkürlich  in  den  Boden  gesetzt  hat  – auf  Industrieprodukte  und  Raffinerien aus dem Westen angewiesen. Verhängte man ein Öl-Embargo gegen den Iran, er hätte nach 30 Tagen kein Benzin mehr, um  seine  europäischen  Militärjeeps  zu bewegen.   Am   fortgeschrittensten   ist bezeichnenderweise  die  iranische  Militärtechnologie,  das  teuerste  Projekt  ist mit Abstand das Atomprogramm. Hier geht es aber nicht um produktive, sondern um destruktive, wenn man so will: jihadistische  Technologien.  Auch  der IS  lebt  maßgeblich  von  dem,  was  seine Vorgänger hinterlassen haben sowie Drogenschmuggel  und  Lösegelderpressungen.  Die  Hamas  verteilt  ihre  Spendengelder  und  EU-Prämien  großzügig über  Suppenküchen  und  Märtyrerprämien an ihre Anhänger aus, und die afghanischen  Taliban  leben  größtenteils von  Wegelagerei  und  Drogenhandel.
In der    islamistischen    Ideologie ist der Zins verboten und als „jüdisch“ verpönt,  auch  wenn  er  selbstverständlich in  der  islamischen  Welt  unter  Decknamen  wie ijarah  ebenso  eine  wichtige Funktion innehat. Die Brechung der Zinsknechtschaft,  die  bereits  im  NSDAP-Parteiprogramm  festgehalten  ist, ist  also  eine  antisemitische  Forderung, die  sich  Islamisten  umstandslos  zueigen  machen  können. Zum  einen  werden  Genuss  und  materielles Glück als Laster gekennzeichnet, die  den  wahren  Glauben  unterminierten; zum anderen sitzt der Islamismus, und  das  ist  alles  andere  als  spezifisch, dem  Kapitalfetisch  auf:  Er  kann  sich nicht  erklären,  wie  aus  einem  äquivalenten Tausch ein Überschuss entstehen kann, oder, mit Marxschen Worten, wie durch gerechten Tausch aus Geld mehr Geld werden kann. Er wittert dahinter, wie  auch  Gesellianer  und  andere  Sozialreformer, Magie, Betrug und letztlich jüdische Machenschaften. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ist ebenso  ein  Nazi-Slogan  wie  ein  Grundsatz des  Islamismus. Grundsätzlich aber ist das Ziel des Islamismus die  Alimentierung  einer  Wehrgemeinschaft, nicht das Streben nach individuellem Glück.
Die  lange  islamische Tradition  der Judenfeindschaft, die für jeden Islamismus essentiell ist und ohne die er nicht verstanden werden kann, ist von  besonderem  Interesse.  Gerade  indem  der  Islam,  verstanden  als  Kultur  und  Tradition, den Einzelnen ganz in die Plicht der Umma nimmt und von ihm das unbedingte  Opfer  verlangt,  knüpft  es  an das  urzeitliche  Menschenopfer  an,  anstatt  mit  Unterdrückung  und  Ausbeutung zu brechen. Wenn  sich  individuelle  Ohnmacht   und   der   sprichwörtliche   orientalische  Fatalismus  scheinbar  in  die Omnipotenz  der  von  Allah  geschützten  Gemeinschaft  verwandeln,  gibt  es immer  nur  eine  Antwort  auf  die  Frage nach der Ursache für die fortgesetzt individuell  erfahrene  Ohnmacht:  Schuld sind die Juden.
Der  Islamismus  ist  eine  moderne  politische  Bewegung,  die  fest  in der  islamischen  Alltagskultur  und  der islamischen   Tradition   verwurzelt   ist und  diese  als  Gegenmodell  zur  westlichen,   bürgerlich-kapitalistischen   Gesellschaftsform   totalisieren,   zuspitzen und  auf  ihr  authentisches  Fundament zurückführen will. Es handelt sich hierbei  um  eine  rearchaisierende,  moderne Krisenlösungsstrategie,  die  eine  umfassende Sinnstiftung bereithält. Dadurch ist  der  Islamismus  anziehend  wie  derzeit  keine  andere  Bewegung,  und  zwar nicht nur für Muslime.

Ich unterfertige als gekürzt habender Vervielfältiger.

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OFV auf den Zaun!

Gestern Abend besuchte ich im Netz aus nostalgisch-melancholischen Gründen die Vereine meiner Jugend. Zuerst den Haarener SC, für den ich zwischen 67 und 71 zwar kein einziges Tor schoß, aber viele verhinderte – damals schon Hüter eines sauberzuhaltenden Netzes -; in der letzten Spielzeit sogar in einer Spielvereinigung mit SuS Vehrte. Dann wurde ich zu weiteren Glanztaten vom Ostercappelner FV verpflichtet bzw. deren ‚Vater des Jugendfußballs‘ Erich Schomaker rief einfach: Komm doch mal rüber, zu uns Lila-Weißen. Über diese Frühzeit meines Ballfiebers berichten die wahren Begebenheiten unter dem Titel „Im Mutterland des Fußballs“ (ganz unten dort bei den ‚Fußballgeschichten‘ meiner Ausbeute – na, war ja auch alles Kreisklasse).
Einen wirklichen Erfolg hatte der OFV erst, als ich nicht mehr aktiv war: Es handelt sich um die Kreismeisterschaft, die die 1. Herren-Mannschaft in der Saison 1984/85 errungen hat. Das Gesamtergebnis lautete 56 : 0 Punkte, 134 : 21 Tore. Ein Rekord in der Fußballgeschichte zu Zeiten, als es für einen Sieg nur zwei Punkte gab.
cappeln

Heute bin ich nach fast dreißig unrunden Jahren wieder im organisierten Ballfieber, wieder lila-weiß, aber nun beim immer schon wegweisenden VfL. Was jedoch meinem tollen Jugend-Club nicht zu nehmen ist, ist das Wissen und Tun darum, daß der Ball nicht alles ist, sondern daß auch gefeiert werden muß: Die Erfindung der ‚Lila-Weißen-Nacht‘. Diese inzwischen traditionelle Veranstaltung mit ihrer großen Tombola wurde 1975 aus der Taufe gehoben. Jährlich, Mitte September, wird dieses Fest bei Niemann, Leckermühle, gefeiert. Dieser Rahmen ist auch Anlaß für die Bekanntgabe der OFV-Sportler des Jahres. Dagegen haben die bisher nur zwölf lila-weißen Nächte der Lila-Weißen von der Bremer Brücke keine Tradition, sondern sind wenn nicht Kupfer doch bloß Peanuts …

hohnstedt-httpwww-vfl-de

Michael Hohnstedt, auch ein Ostercappelngeborener (vgl. im weiteren Addy Waku Menga und Martin Sonneborn für diese Ludwig-Windthorst-Welt; alle in der Wikipedia zu bewundern), der seit langem wie eben ich dem lila-weißen Brückenvirus verfallen ist.

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Zwei Brandbriefe – eine Meinung

Ein kluges Wort –
und schon bist Du Kommunist.
Hermann L. Gremliza

a) Dröger Behördenstil
Sehr geehrter Freistaat Sachsen,
wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie per prinzessinnenhaftem Dekret bis auf weiteres und ohne Zeitverzug in den Status eines „Bundeslandes auf Probe“ versetzt sind.
Grund für diesen Schritt ist Ihre wiederholte Weigerung, antidemokratische, insb. rechtsextremistische Tendenzen, Übergriffe und Gewalt- und Straftaten als genau das zu bezeichnen was sie sind: rechtsextremistische Gewalt- und Straftaten.
Wiederholt haben wir in diesem Zusammenhang das Verhalten ihrer Politikerinnen und Politiker und anderer Offizieller gerügt! Leider ohne Erfolg. Vielmehr versuchten Sie immer wieder …

b) Frei flottierende Meinung
Dresden hat es wieder einmal gezeigt: Wenn es um Terrorismus geht, lassen wir Deutschen uns nichts vorkrachen. Aus Angst, ihre Heimat könnte sich durch den Zuzug unzivilisierter Bombenleger in einen gesetzlosen Staat verwandeln, in dem nur noch das Recht des Stärkeren gölte, haben beherzte Sachsener die Sache lieber selbst in die Hand genommen und vorsorglich etwas herumgesprengt, um …

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Alles klar? Keine Fagen? Dann Musik!

Als Dunning-Kruger-Effekt wird eine kognitive Verzerrung bezeichnet, bei der relativ inkompetente Menschen die Tendenz haben, das eigene Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen. Der Begriff geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück. Sie erhielten für ihre Studie den satirischen Ig-Nobelpreis im Bereich Psychologie. (Wiki)
Dieser Effekt lässt sich oft an Leuten beobachten, die ein neues Hobby entdeckt haben: Mit riesengroßer Begeisterung entlockt man seinem Musikinstrument endlich ein paar zusammenhängende Töne und hält sich für ein Jahrhundertgenie. Erst wenn man sich dann länger damit beschäftigt, erkennt man, dass diese ersten Leistungen vielleicht doch nicht ganz so strahlend waren wie man zuerst dachte. Man entwickelt feineren Geschmack, vergleicht sich mit Profis, wird unzufriedener mit sich selbst. Wenn man dann aber die eigenen Werke der Reihe nach in Ruhe ansieht, stellt man fest, welche Fortschritte man doch gemacht hat, auch wenn die subjektive Zufriedenheit mit den Ergebnissen sich anders entwickelt hat. Nach Kruger und Dunning gibt es nur eine Möglichkeit, das zu ändern: Bildung. Wissen für alle. Wenn man, wie es Sokrates in den Mund gelegt wird, weiß, dass man nichts weiß, dann hat man schon ziemlich viel erreicht. (ScienceBlogs)
Und gestern wurde ein hochaktueller Song über diesen fatalen Effekt ins Netz gestellt, den ich via Prinzessinnenreporter weitergeben will, die mich gerade vollkompetent gemacht haben.😉

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Mit Löffel und Rasiermesser

Die Wände zwischen Poesie und Philosophie sind aus Papier. Kaum, daß man sich anlehnt, ist man schon im anderen Zimmer.
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Mein Gott ist es zufrieden, wenn ich nicht an ihn glaube.
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Warum Kunstwerke so haltbar sind? Weil sie in ihrer Entstehungsphase alle das Fegefeuer des Selbstzweifels und Aufgebenwollens hinter sich gebracht haben.
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Stadt oder Land? Das Leben hatte immer schon die Wahl zwischen zwei Unzuträglichkeiten.
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Kunst kommt aus der Innenwelt der Außenseiter. Nur wer nirgendwo zuhause ist, bringt es fertig, sich zwischen den Zeilen einzunisten.
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Von den höheren Beglückungen haben wir uns allein die Saumseligkeit erhalten können.
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Ulrich Horstmann, Ich kaufe ein Gedankenlos. Aphorismen, 1992

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To make the World vote shit again

Ein Rückblick aufs Kommende anläßlich des Wahlspektakels des mächtigsten Anhängsels der kapitalistischen Weltherrschafts- und Wirtschaftsbosse am 8. November. Hermann L. Gremliza liest seine Konkretkolumne „Wie bei uns in Amerika“ aus dem Heft 10/2012. Auf den ersten Link mit sanftem Klick und dann ein bisserl runterscrollen!

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