B.v.d.O. – Where the Bratbierwurst goes around before …

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Erstmals mit dem Sohn zum VfL! – Versus Jahn Regensburg. Herbstsonne & Sieg. – Scheiß Veltins vorneweg, Herrliches Herforder dann in der Bremer-Brücke-Arena. Samt handgeblasener Kinniuswurst.

Gerd Reimann sammelt die leeren Bierflaschen von den Klapptischen ein. Seit zwölf Jahren betreibt Reimann seine Wurstbude vor dem Stadion des VfL Osnabrück. Die Bude vor der Ost. BvdO.
Stolz präsentiert Jutta Brockmann, von Anfang an fester Bestandteil in Reimanns Team, das offizielle T-Shirt der B.v.d.O. (Bude vor der Ostkurve). Auf Anfrage von Stammkunden habe sie das Shirt entworfen. Der Aufdruck weist den Träger entweder als Teammitglied oder als „Supporter“ aus. Die Bude ist in den zwölf Jahren für viele Fans zur festen Anlaufstelle geworden auf dem Weg zum Stadion oder zurück.
Reimann war nicht sein Leben lang Imbisswirt. Nie habe er sich träumen lassen, dass er „so etwas mal machen würde“. Beim Steuerberater hatte Reimann gelernt, war „Schreibtischtäter“, wie er selbst sagt. „Ich war über 50, die Firma ist in den Graben gegangen. Such´ du mal mit über 50 ’ne Arbeit.“ Also sattelte er um, zunächst mit einer festen Bude in der Dodesheide, dann mit dem Imbisswagen vorm Stadion. Seitdem verpflegt er die Fans mit Brat- und Currywurst, Bier und Cola, auch wenn die Stadt lange versucht habe, ihm „Knüppel zwischen die Beine zu werfen“.
Der Abpfiff ist da, Reimann steht die zweite Stoßzeit bevor. (via NOZ)

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3) Gute Raumaufteilung

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MSV Duisburg >> DKM
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2) Kühne Lust an der Berührung

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Lock Series

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1) … der frühere Professor der Kunstakademie Münster

wird 75 – ich werde etwa 55 – dann ever ending story

Bei den Olympischen Spielen 1972 sorgte Timm Ulrichs in einem vergitterten überdimensionalen Hamsterrad für Aufsehen, täglich absolvierte er in diesem Laufradkäfig die Marathon-Distanz von 42 Kilometern. Egal ob Film, Fotografie, Skulpturen oder Konkrete Poesie – der Vielleser (“sechs bis sieben Stunden am Tag”) lässt kaum ein Genre aus. “Die meisten Künstler sind Facharbeiter, die von Bild zu Bild nur kleine Schritte gehen. Für mich ist Kunst Forschung, nicht Warenproduktion. Ich habe nie versucht, ein Markenzeichen zu entwickeln”, sagt der Professor, der äußerlich wie ein Alt-68er-Revolutionär wirkt.

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Möge es übermorgen donnern

Jahrzehntelang sorgte das Duell VfL Osnabrück vs. VfB Oldenburg für beste Fußballunterhaltung, viel Dramatik und jede Menge Tore. Vor dem Showdown um den Einzug in den DFB-Pokal 2015/16, bei dem sich die alten Rivalen am 2. April im Marschwegstadion erneut gegenüberstehen, werfen wir einen Blick zurück.

1991/92 erlebten die Fußballfans die wohl komplizierteste Zweitliga-Saison aller Zeiten. Nach dem Fall der Mauer wurden die Spielklassen in Deutschland neu strukturiert. Das Fußball-Unterhaus hatte wieder einen Nord- und einen Südableger, die nach 22 Spielen noch einmal in eine Meister- und eine Abstiegsgruppe geteilt wurden.
Nach einem 2:2 im Hinspiel an der Bremer Brücke erlebten die Lila-Weißen ein echtes Debakel im Rückspiel. Drulák, tschechischer Nationalstürmer und in dieser Saison auch Torschützenkönig der 2. Bundesliga Nord, traf am 6. Oktober 1991 zwei Mal gegen Uwe Brunn. Nach 90 Minuten hieß es 6:1 für die von Trainer Wolfgang Sidka und Manager Rudi Assauer gecoachten Oldenburger, die den Aufstieg in die Bundesliga schließlich nur um einen einzigen Punkt verpassten.
In der darauffolgenden Saison hatte die 2. Bundesliga das Niedersachsenderby erneut im Programm. Diesmal gewann der VfL in Oldenburg (3:2) und in Osnabrück (2:1), doch nach 46 (!) Spieltagen gehörten beide Kontrahenten zu den sieben Teams, die das mit 24 Mannschaften überfüllte Fußball-Unterhaus verlassen mussten.
Also: Gründonnerstag, ab 17:30 Uhr, Lauschangriff,
Ohren auf & Daumen drücken.
Der Pokal kommt!

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Gerade zu Ostern

Autobahn voll / Kirche leer / Was will man mehr?

Hoch über der A45 zwischen Dortmund und Frankfurt steht Deutschlands 40. Autobahnkirche Besuchern 24 Stunden am Tag offen und ist ein Meisterwerk moderner Baukunst. Spanplatten, Holzrippen und eine Kunsthonigbesprühung ermöglichen die trapezartige Tropfsteinhöhlenatmosphäre, die zuweilen ins Rautische übergeht. Eine keilförmige computergesteuerte Rampe führt in die pixelige Geborgenheit einer Höhle, deren Fantastik die Überwältigung einiger verirrter Schafe immer noch möglich macht: durch Oregami. Doch sehet selbst …

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Erschütterungspotential

Achim Szepanski: “Der Moment des Todes wird abgefilmt. Auch die Ghostwriter von Merkel waren ganz schnell zur Stelle und zauberten den ältesten rhetorischen Hut aus der Mottenkiste des Katastrophenjournalismus hervor. Der Akt sei unfassbar, überschreite jedes menschliche Vorstellungsvermögen. Aber ist diese Art der Überschreitung nicht tief in die deutsche Historie eingeschrieben?” – “Poes entwendeter Brief gemahnt daran, dass das Geheimnis offen auf dem Tisch liegen kann. Wenn die mediale Aktualität gestern eine andere als heute war und morgen wieder eine andere sein wird, nämlich dieselbe, dann kann man der Aktualitätshysterie einfach nicht mehr entkommen, es sei denn, man fordert sie mit feinen Nadelstichen der Intoleranz heraus oder übersät sie mit Perversionen. ” – “In diesem Kontext scheint die klassische Depression durch eine digitale Massen-Panik ersetzt, eine Art latenter Melancholie verschnitten mit einer Menge Wahnsinn. Dabei ahmen die panisch Regierten oft nur die panisch Regierenden nach. Schon bei der Fluzeugentführung in Mogadischu im Jahr 1977 wurde dem Publikum doch hinlänglich vorgeführt, dass der Staat prinzipiell kein Problem damit hat, eventuell 90 Personen auf einen Schlag über die Klinge springen zu lassen. An solcherlei staatliche Manöver hat man sich längst gewöhnt, warum dann nicht selbst ein einziges Mal den Hijacker mimen, die Dinge selbst in die Hand nehmen und das Flugzeug in die Türme oder an den Berg setzen. Opfer scheissegal oder gar einkalkuliert.” – “Nach der Katastrophe liegen dann die Katastrophenorte tagelang im Einzugsbereich der journalistischen Besichtungen & Besetzungen, der Indienstnahmen und Missionen; weiträumige Polizeisperren trennen das Innen und das Außen, verhindern die Zugänge/Zutritte seitens der durch das Fernsehen und Radio hyperinformierten Massen.” –

Alf Mayer: “Die Skyline von Frankfurt am Main in schwarzen Rauch gehüllt, als wäre der Krieg in den Metropolen angekommen. Dieses Bild vom Mittwoch, 18. März 2015, dem Tag der offiziellen Eröffnungsfeier der neuen Türme der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, war so heftig, dass es die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bis heute in ihren Printausgaben nicht veröffentlichte. Keine Totale der Stadt, auf deren Türme man sonst so stolz ist, nur Nahaufnahmen der Blockupy-Proteste. Eine qualmende Kreuzung ja, ein Feuerchen auf dem Opernplatz, aber nicht dieses Breitwandbild der Stadt von Osten her, die Sonne im Rücken, wie am Mittwochmorgen zum Auftakt der Anti-EZB-Proteste himmelstürmend schwarze Quellwolken die Skyline durchzogen, als brenne all das Geld der über 400 Frankfurter Banken.” – “Entschlossene und gut vorbereitete Aktivisten hatten da als Frühschicht gezielt und beweglich wie Wolfsrudel zugeschlagen, um den Protesttag zum Fanal zu machen. Am Ende der gleichen Morgenstunde griffen sie sogar ein Polizeirevier in der Innenstadt an, setzten Polizeiautos in Brand, in einem saß noch ein Polizist. Dieser Blitzkrieg überraschte die Ordnungskräfte ebenso wie vermutlich die meisten zum friedlichen Demonstrieren angereisten Kundgebungsteilnehmer – und natürlich veränderte dieser Gewaltritt die Wahrnehmung des Tages, wurde entsprechend getwittert und bestimmte die Kommentare.” –

Nacktblockade

Was wir uns diese Woche vornehmen: Aus dem Pressekodex ein paar Papierflieger bauen und sie Kai Diekmann auf den Schreibtisch werfen (ohne Safeword) (Titanic-Newsticker, 29.3.2015)

Stefan Gärtner: “Kurios allerdings, daß über diesen dialektisch-ironischen Umweg die nationale, obszön vereinnahmende Geste der ubiquitären Trauerbeflaggung plötzlich völlig einleuchtet: Denn das Kollektiv, das hier um seine Söhne und Töchter trauert, wäre ja dasselbe, in dem die ewige Rede vom Individuum und dessen unbedingt primärem Glück all jene zu individuellen Spitzenleistungen aufstachelt, ‘denen schon gar nichts mehr übrigbleibt als das begriffslose Diesda ihres Daseins’ (Adorno). Das sie dann ggf. so begriffslos beenden, wie sie es im Zweifel geführt haben.”

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